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Schweiz

Walliser Polizeichef bei Türkei-Urlaub festgenommen

Montag, 30. Juli 2012, 18:09 Uhr

Der Walliser Polizeikommandant Christian Varone ist auf der Heimreise seines Urlaubs in der Türkei festgenommen worden. Anlass war offenbar ein Stein in seiner Tasche, der von einem archäologischen Gelände stammte. Diesen hatte offenbar ein Kind von ihm eingesteckt.

Bild Christian Varone.
Über einen Stein «gestolpert»: Der Walliser Polizeikommandant Varone ist in den Ferien festgenommen worden. keystone

Staatratspräsidentin Esther Waeber-Kalbermatten bestätigte eine entsprechenden Bericht des Radio Rhône FM. Sie sei vom stellvertretenden Kommandanten der Kantonspolizei über die Festnahme informiert worden, erklärte sie.

Zum aktuellen Zeitpunkt seien ihr jedoch keine Details bekannt, sie warte noch auf nähere Angaben durch Varones Familie. Varones Stellvertretung sei jedenfalls sichergestellt, sagte die Staatsratspräsidentin.

Kind hatte Kieselstein eingesteckt

Varone war mit seiner Familie in der Region von Antalya in den Ferien, wie sein Bruder zur Nachrichtenagentur SDA sagte. Auf einem Spaziergang auf einem öffentlichen Weg, der an einer archäologischen Fundstätte vorbeigeführt habe, habe eines der Kinder einen Stein aufgehoben.

Der Kieselstein habe dem Kind gefallen und es habe ihn eingesteckt, sagte Varones Bruder. Zum Vorschein kam der buchstäbliche Stein des Anstosses offenbar, als Varones Reisetasche vor dem Rückflug in die Schweiz am Freitag am Flughafen kontrolliert wurde.

Varones Bruder begab sich vor Ort in die Türkei, um sich ein besseres Bild der Lage zu verschaffen. Mit ihm reiste auch die Ehefrau des Polizeikommandanten. Sie hatte am Freitag die Kinder in die Schweiz zurückgebracht.

Botschaft unterstützt die Familie

Christian Varone konnten die beiden am Montag vorerst nicht sehen. Eine erste Anhörung des Festgenommenen war auf Montagnachmittag angesetzt. Am Abend wollten Varones Bruder und Ehefrau die amtliche Anwältin des Polizeikommandanten treffen.

In der Türkei erhält Varone Unterstützung von Seiten der Schweizer Botschaft in Ankara. Diese biete ihm im Rahmen des konsularischen Schutzes ihre Dienste an und sei in Kontakt mit den lokalen Behörden, wie ein Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage der erklärte.

Bei der Walliser Kantonspolizei herrscht Verblüffung über den Vorfall, wie Sprecher Jean-Marie Bornet sagte. Eine Festnahme wegen eines am Wegrand aufgelesenen Steines sei schwierig zu verstehen, sagte er.

(sda/fref;horm)