Wirtschaft
Libor-Skandal: Ermittlungen gegen die UBS
Im Zentrum der Ermittlungen um Zinsmanipulationen stehen offenbar Händler von drei europäischen Grossbanken, darunter auch die UBS. Die Schweizer Grossbank, die offenbar eine zentrale Rolle spielt, schweigt.
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Dies geht aus Dokumenten hervor, die Nachrichtenagenturen zugespielt wurden. Bislang konzentrierte sich die Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die britische Grossbank Barclays. Diese hatte als erstes Finanzinstitut ein Fehlverhalten eingeräumt. Mit den Aufsichtsbehörden aus Grossbritannien und den USA einigte sich die Bank auf eine Strafzahlung von knapp einer halben Milliarde Dollar.
Grösseres Händlernetzwerk
Die drei Institute beschäftigten mehr als ein Dutzend Händler, die Referenz-Zinssätze in Dollar, Euro oder Yen beeinflussen wollten. Da einige dieser Händler für mehrere in den Skandal involvierte Banken gearbeitet haben, entstand offenbar ein Netzwerk, mit dem sich die Manipulationen mit jedem Arbeitsplatzwechsel weiter manifestierten.
Einer dieser Händler arbeitete beispielsweise von März 2006 bis Oktober 2009 bei Barclays. Derzeit hat er eine ähnliche Position bei UBS in den USA inne. Und zwei Händler bei der Royal Bank of Scotland sollen einem UBS-Kollegen bei der Manipulation des Zinssatzes Libor in Yen geholfen haben.
Kein Kommentar von den Banken
Keiner der in den Papieren genannten Händler war für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch die Banken wollten sich nicht dazu äussern.
Bei den Ermittlungen geht es um den internationalen Referenz-Zinssatz Libor, den insgesamt mehr als ein Dutzend Banken in den Jahren 2005 bis 2009 zu ihrem eigenen Vorteil manipuliert haben sollen. Der Referenzsatz wird einmal täglich in London in verschiedenen Währungen ermittelt und liegt quasi allen Finanztransaktionen am Markt zugrunde. Der Satz beruht auf den von den Banken gemeldeten Refinanzierungskosten.
Händler-Ringe oder Banken-Führungsebene
Rund um den Globus gehen Regulierer derzeit der Frage nach, ob einzelne Händler-Ringe hinter den Tricksereien stehen oder ob die Führungsebene in den jeweiligen Banken in die Vorgänge eingeweiht war. Zu den Dokumenten, welche Nachrichtenagenturen einsehen konnte, gehörten Gerichtsunterlagen der kanadischen Regulierungsbehörden, Unterlagen zum Vergleich von Barclays mit dem Justizministerium und Aufsichtsbehörden in den USA und Grossbritannien sowie eine Privatklage eines früheren Angestellten der Royal Bank of Scotland in Singapur.
Anfang der Woche verlautete aus Justizkreisen, dass Ermittler in Europa und den USA vor den ersten Festnahmen von Händlern stehen. Die Anklagen würden vorbereitet.
(sda/muei;fasc)



