Wirtschaft
Facebook: An der Börse hängt das soziale Netz durch
Die Pechsträhne für Facebook an der Börse hält an: Weil das soziale Netzwerk manchem Anleger nicht schnell genug wächst und kräftige Verluste einfährt, erreicht die Aktie einen neuen Tiefpunkt. Der erste Quartalsbericht enttäuschte die Börsianer.
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Das erste Quartal als börsennotiertes Unternehmen endet für Facebook mit einem dicken Verlust. Unterm Strich verlor das soziale Netzwerk 157 Millionen Dollar (153,55 Mio. Fr.), wie das Unternehmen mitteilt. Im Vorjahreszeitraum hatte Facebook noch 240 Millionen Dollar verdient.
Aktie gerät weiter unter Druck
Die seit dem Börsengang im Mai unter Druck stehende Aktie brach nachbörslich um 10 Prozent ein und baute ihre Verluste im frühen Handel am Freitag noch deutlich aus. Zwischenzeitlich lag das Papier um 17 Prozent im Minus bei 22,28 Dollar und erreichte damit ein neues Allzeittief.
Mittlerweile zeigte sich das Papier aber wieder leicht erholt und rangiert aktuell (Stand 19.30 Uhr) bei 24,22 Dollar (-10,3 Prozent). Neuaktionäre hatten beim Börsengang 38 Dollar je Anteilsschein gezahlt. Seit dem vernichtete Facebook damit rund 30 Milliarden Dollar an Börsenwert.
«Es gibt viele Herausforderungen, aber wir gehen sie an», erklärte Gründer und Firmenchef Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Sein Auftritt war keineswegs sicher, hatte er sich doch nach dem gefloppten Börsengang im Mai rar gemacht. «Wir sind enttäuscht darüber, wie sich der Aktienkurs entwickelt hat», räumte Finanzchef David Ebersman ein. «Aber wir sind das gleiche Unternehmen wie zuvor.»
Vor allem die Entlohnung der Mitarbeiter durch Aktien und dafür fällige Steuern riss zuletzt ein dickes Loch in die Bilanz. Zudem machte sich bemerkbar, dass Facebook stark in Produkte, Technik und Marketing investiert, um neue Nutzer und neue Werbekunden zu gewinnen. Auch der Börsengang selbst kostete.
Mobile Nutzung als Chance
«Wir sind gut aufgestellt beim Buhlen um Werbegelder», sagte die fürs Tagesgeschäft zuständige Managerin Sheryl Sandberg. Sie zitierte Studien, dass sich Werbung auf Facebook besonders gut einpräge. Im Vorfeld des Börsengangs waren Zweifel daran laut geworden, dass Facebook seine riesige Fangemeinde in Einnahmen ummünzen kann. Vor allem die steigende Beliebtheit von Smartphones hatte sich als Problem herausgestellt – auf den kleinen Bildschirmen lässt sich kaum Werbung unterbringen.
«Die mobile Nutzung ist eine grosse Chance für Facebook», sagte indes Zuckerberg. «Die Leute nutzen Facebook stärker, wenn sie ein Smartphone haben.» Mittlerweile nutzen 543 Millionen Nutzer die Facebook-Apps auf ihren Handys.
Mehr Nutzer, mehr Werbeeinnahmen
Immerhin hielt der Zustrom bei den Mitgliedern an: Ende Juni hatte Facebook 955 Millionen monatliche Nutzer nach 901 Millionen Ende März und 845 Millionen Ende Dezember. Zuvor hatte es Sorgen um einen Schwund gegeben. Manche Analysten störten sich allerdings daran, dass die Zahl der täglichen und damit besonders wertvollen Nutzer im geringeren Masse auf 552 Millionen zulegte.
Die überlebenswichtigen Werbeeinnahmen stiegen um 28 Prozent auf 992 Millionen Dollar. Insgesamt kam Facebook auf einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar und damit 32 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Kasse ist mit 10,2 Milliarden Dollar prall gefüllt – alleine 6,8 Milliarden Dollar davon stammen aus dem Börsengang.
(agenturen/halp/weis;mery)



