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US-Wahlkampf 2012

Schweiz über Obamas Wahlspots «not amused»

Freitag, 27. Juli 2012, 19:03 Uhr

Wer möchte schon in einem Atemzug mit der Militärjunta in Birma oder Schwarzgeld- und Steueroasen wie den Bermudas oder Cayman Islands genannt werden? Die Schweiz jedenfalls nicht. Doch genau das tut Barack Obama in seinem jüngsten Wahlwerbespot. Die Schweiz sucht nun das Gespräch mit Obamas Wahlkampfteam.

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Das umstrittene Wahlvideo von Barack Obama. (Originalton)

Mit dem mächtigsten Mann der Welt ist nicht immer gut Kirschen essen. Wenn die Schweiz sich als über den jüngsten Wahlspot «not amused» zeigten, wird das Barack Obama vermutlich herzlich wenig interessieren. Mehr als Zähneknirschen und die Faust im Sack ist von der offiziellen Schweiz denn auch nicht zu vernehmen.

Wahlvideo nutzt Olympia-Hype

Um was geht es eigentlich genau in dem Spot? Unter dem Titel «Willkommen zu den Olympischen Spielen», werden die Zuschauer scheinbar zur Eröffnungszeremonie begrüsst. Mit London hat das Ganze aber nichts zu tun. Vielmehr ist Mitt Romney bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City zu sehen. 

Zum Einmarsch der Delegationen von China und Indien erzählt ein Sprecher aus dem Off, dass Romney zahlreiche Arbeitsplätze in diese beiden Länder ausgelagert hat, beim Einmarsch Birmas – damals noch eine Militärjunta – wird erwähnt, dass die Anzüge der US-Auswahl dort gefertigt worden und zu guter Letzt werden die Delegationen der Schweiz, der Cayman Islands und der Bermudas als Bildteppich benutzt, um auf Romneys mysteriöse Fondsgesellschaften und Konten zu kommen.

Steuerabkommen gefordert

Alles in allem klassischer US-Wahlkampf mit jeder Menge bunten Bildern und lauten Parolen, die man eigentlich nicht allzu ernst nehmen sollte. Nicolas Bideau tut es aber doch. Der Chef von Präsenz Schweiz ist verantwortlich für die Image der Schweiz in der Fremde. Verständlich, dass er über die Angriffe nicht erfreut ist. Doch auch ihm sind die Hände gebunden, wie er zur «Tagesschau» sagte.

Nicolas Bideau von Präsenz Schweiz und seine Reaktion.

So lange man kein Steuerabkommen mit den USA habe, sei es schwer, die Öffentlichkeit in den USA vom Gegenteil zu überzeugen. Viele althergebrachte Klischees würden in den Köpfen fest verankert sein. Man werde aber bei Gelegenheit mit den verantwortlichen Leuten im Team Obamas reden.

(sf/maiu; rufi)