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Organspenden-Skandal: Ermittlungen auch wegen fahrlässiger Tötung
In Deutschland werden die Untersuchungen rund um den möglichen Organhandel an der Uniklinik Göttingen ausgeweitet. Gegen die beiden bereits verdächtigten Ärzte wird jetzt auch wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.
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Wenn die Mediziner ihre Patienten mit manipulierten Daten auf der Warteliste für Spenderlebern nach oben gemogelt hätten, seien dadurch möglicherweise andere Kranke gestorben, sagte der Göttinger Staatsanwalt Andreas Buick. Die für Korruption zuständige Braunschweiger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Ärzte bereits wegen möglicher Bestechung. Ob tatsächlich Geld von Patienten an die Ärzte floss, steht aber noch nicht fest.
Anonymer Hinweis brachte Fall ins Rollen
Eine anonyme Anzeige bei der Deutschen Stiftung für Organtransplantation mit einem Hinweis auf möglichen Organhandel an der Göttinger Klinik habe die Ermittlungen Anfang des Jahres ins Rollen gebracht, sagte die Braunschweiger Staatsanwältin Serena Stamer. Überprüfungen der Bundesärztekammer und der Klinik waren dann die Grundlage für Durchsuchungen bei den beiden verdächtigten leitenden Medizinern.
Zwar wurde inzwischen bekannt, dass einer der Mediziner an seiner vorherigen Arbeitsstätte an der Uniklinik Regensburg schon 2005 für Missstände bei Transplantationen gesorgt hatte, weil dort Patienten aus Jordanien verbotenerweise auf eine Warteliste gesetzt wurden. «Für uns ist aber Göttingen der Ausgangspunkt im Moment», sagte Stamer. Sollten sich Hinweise auf die Beteiligung anderer Kliniken ergeben, müssten die Ermittlungen entsprechend ausgedehnt werden.
Bislang gebe es noch keine Hinweise auf weitere deutschlandweite Verflechtungen in dem möglichen Skandal, sagte Staatsanwalt Buick. «Wir stehen erst ganz am Anfang.»
Untersuchung von 23 Organtransplantationen
Insgesamt werden 23 Fälle aus den Jahren 2010 und 2011 untersucht. Die Mediziner könnten, was den Verdacht der fahrlässigen Tötung angeht, fahrlässig oder bedingt vorsätzlich gehandelt haben. Bislang wurden die Ärzte noch nicht befragt, so Buick.
Offen ist auch, ob allenfalls Bestechung eine Rolle gespielt haben könnte. «Wir haben noch keinen direkten ganz konkreten Hinweis auf einen Geldfluss, der eine Bestechung belegt», sagte Stamer.
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat unterdessen erneut Konsequenzen gefordert. «Manipulationen müssen ausgeschlossen werden. Ich habe die Ärzteschaft aufgefordert, die Vorgänge aufzuklären und Lösungsvorschläge zu machen», sagte Bahr der «Bild am Sonntag».
(dpa/vaid)







