International
Syrische Armee verstärkt Truppen rund um Aleppo
«Wenn Aleppo fällt, ist Assad am Ende», sagt ein Sprecher der syrischen Exil-Opposition. Da erstaunt es wenig, dass das Regime derzeit offenbar alles daran setzt, die zweitgrösste Stadt des Landes unter seine Kontrolle zu bringen. Die Rebellen rechnen mit einer Grossoffensive.
Die syrische Armee bereitet nach eigenen Angaben eine Gegenoffensive auf Aleppo vor. Sie verstärkte ihre Truppen rund um die zweitgrösste Stadt des Landes. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Armee wolle am Freitag oder Samstag mit dem Angriff beginnen.
Die USA fürchten ein «Massaker» in der Stadt. Auch Hubschrauber und Flugzeuge seien mobilisiert, sagte eine Sprecherin des State Departments. Dies bedeute eine «ernste Eskalation des Konflikts». «Wir sprechen hier von einem Angriff auf ... enge Strassen in der Stadt, die von Zivilisten bevölkert werden», betonte sie.
Aleppo, im Nordwesten gelegen und zweitgrösste Stadt des Landes, hat sich in den vergangenen Tagen zu einem der Brennpunkte des Aufstands entwickelt. In Syriens wichtigster Wirtschaftsmetropole war es lange Zeit relativ ruhig gewesen. Dann hatte sich insbesondere an der Universität der Widerstand formiert.
Bis zu 4000 Rebellen in Aleppo
Inzwischen sollen bis zu 4000 Aufständische in der Stadt sein, sie erhielten in den vergangenen Tagen offenbar massive Verstärkung. Die Rebellen rechnen nach eigenen Angaben jeden Moment mit einer Offensive. Nach den Worten eines Rebellenkommandanten haben die Regimetruppen rund hundert Panzer in Richtung Aleppo geschickt. Kampfjets sollen die Nachschubwege der Aufständischen bombardiert haben.
Nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren vor allem die Stadtteile Mohafasa, Maschhad und Salaheddin von den andauernden Kämpfen betroffen. Wenn Aleppo falle, sei «das Assad-Regime am Ende – und beide Seiten wissen das», sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.
Israel verstärkt Barrieren auf Golanhöhen
Angesichts der zunehmenden Gewalt in Syrien hat Israel auf den Golanhöhen seine Grenzbarrieren zu dem nördlichen Nachbarland verstärkt. Unter anderem werde zusätzlicher Stacheldraht angebracht, sagte ein israelischer Sicherheitsvertreter der Nachrichtenagentur AFP.
Zudem würden Gräben ausgehoben, um Fahrzeuge zu stoppen. Auch seien zusätzliche israelische Soldaten in das Gebiet entsandt worden. Offiziell zu Trainingszwecken, tatsächlich aber, um im Ernstfall eingreifen zu können.
Heftig gekämpft wird weiterhin auch in Damaskus. In der Hauptstadt hatte die Armee in den vergangenen Tagen Boden gut machen können und die Aufständischen aus mehreren Stadtteilen zurückgedrängt. Augenzeugen berichten, derzeit werde vor allem um das palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk und den Stadtteil al-Hadschar al-Aswad gekämpft.
Keine Chance für neue UNO-Resolution
Auf diplomatischer Ebene zeichnet sich weiterhin keine greifbare Lösung ab. Russland erteilte saudi-arabischen Plänen eine Abfuhr, bei der UNO eine neue Syrien-Resolution einzubringen.
Syrien-Beobachter heimgeschickt
Angesichts der blutigen Kämpfe in Syrien haben die Vereinten Nationen 150 ihrer unbewaffneten Beobachter nach Hause geschickt. Damit wurde die als UN Supervision Mission in Syrien bekannte Truppe auf die Hälfte ihrer Leute reduziert.
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(agenturen/krua/weis;mery)



