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International

Polizei rüstet sich im Netz für Olympia 2012

Nico Ruffo
Donnerstag, 26. Juli 2012, 19:58 Uhr

An den Olympischen Spielen sorgt Englands grösste Polizeiaktion in Friedenszeiten für Sicherheit. Über 25‘000 Sicherheitskräfte wollen in London Zwischenfälle vermeiden. Doch auch in den sozialen Netzwerken will die Polizei Präsenz zeigen.

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«Das Sicherheitsdispositiv ist extrem», urteilte kürzlich SF-Korrespondent Peter Balzli  über die Lage vor Olympia. Um die mehr als 10‘000 Sportler und die Millionen von Olympia-Touristen zu schützen, sind neben rund 7000 Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsunternehmens 18‘200 Angehörige von Armee, Marine und Air Force im Einsatz. «Auf den Dächern von Wohnhäusern sind sogar Boden-Luft-Raketen stationiert. So könnte man Terroristen abschiessen, bevor sie in ein Stadion fliegen», führte Balzli aus.

Lehre aus den Ausschreitungen

Doch auch in der virtuellen Welt will die Londoner Polizei aufgerüstet haben. Laut verschiedenen Untersuchungen, soll sie das auch bitter nötig haben. So kommt beispielsweise eine Studie des Guardian und der London School of Economics (LSE), die in Kürze publiziert werden soll, zu einem klaren Urteil: Was soziale Netzwerke betrifft, sei die Polizei im letzten Jahr bei Unruhen komplett überfordert gewesen.

Die Jugendkrawalle hatten vor fast einem Jahr begonnen, nachdem ein Mann von einem Polizisten erschossen worden war. Im Zusammenhang mit den Unruhen wurden tausende Menschen festgenommen. Die Situation geriet ausser Kontrolle, wie die Bilder von damals zeigen. Sie habe damals die Quellen nicht genau analysieren können und falsche Rückschlüsse gezogen.

Zwar ist die Polizei inzwischen auch auf Twitter präsent, aber in einem sehr bescheidenen Rahmen. Ob sie über genügend Wissen verfügt, um im Falle einer weiteren Eskalation die Situation zu kontrollieren, ist ungewiss. Bis anhin beschränkt sich die polizeiliche Arbeit in den sozialen Netzwerken mehrheitlich auf Pressearbeit. Sie twitterte in den letzten Tagen über den jeweiligen Standort  der olympischen Fackel oder Betrüger im Internet.

Dienste um Informationen zu filtern

Doch nun arbeiten die Londoner Behörden an Projekten, um soziale Netzwerke zu nutzen, wie «zdf.de» schreibt. Zum einen hat die «City of London Police» eine App für Smartphones entwickelt, die über aktuelle Sicherheitsinformationen für den Benutzer verfügt. Gleichzeitig kann sie anonymisierte Daten der Nutzer– nur mit Zustimmung – der Polizei schicken.

Zum anderen will die Metropolitan Police den Service von  «StreamUK» nutzen, die darauf spezialisiert ist, grosse Datenmengen zu verarbeiten. So wollen sie künftig die unzähligen Meldungen in den sozialen Netzwerken nach für sie brauchbaren Informationen filtern.

Die Londoner Polizei gibt sich zuversichtlich, damit nächste Ausschreitungen künftig verhindern zu können. Sie demonstrieren in ihren Pressemitteilungen jedenfalls Gelassenheit: Bereits das diamantene Thronjubiläum der Queen habe gezeigt, dass das Zusammenspiel der Sicherheitskräfte gut funktioniere.