Schweiz
Nachkontrolle bei Armee: Bisher 31 neue Waffen gefunden
Bei einer umfangreichen Untersuchung hat die Armee bisher weitere 31 Waffen entdeckt, die längst im Zeughaus sein sollten. 10'000 Dossiers sind noch pendent. Die Militärpolizei kümmert sich derzeit um 336 Fälle von vermissten Armeewaffen.
Dies berichtet die «Neue Zürcher Zeitung». Laut dem stellvertretenden Armeesprecher Walter Frik sind die Angaben korrekt.
Insgesamt kontrollierte die Armee 300'000 Personendossiers. Es sind die Dossiers von Ex-Soldaten der letzten 6 Jahre – soweit zurück liegen die Daten vor. Sie wurden entweder ordentlich oder aus medizinischen Gründen entlassen, oder es handelte sich um Leihwaffenbesitzer.
Bei 17'000 Dossiers 31 Waffen entdeckt
27'000 Dossiers waren unvollständig – die Armee konnte nicht mehr feststellen, ob die ehemaligen Soldaten ihre Waffe abgegeben hatten oder nicht. Die Armee forderte daraufhin diese Personen auf, ihr Dienstbüchlein einzusenden.
Nun stellt sich heraus: Bei 17'000 Dossiers wurden 31 Waffen entdeckt, die bisher trotz Aufforderung nicht abgegeben wurden. 11 davon wurden inzwischen zurückgegeben, bei 20 ist die Rückgabe noch ausstehend. «Diese Waffen sind bis Ende August zurück», sagt Armeesprecher Walter Frik. Falls nicht, würden weitere Massnahmen getroffen.
Nach Mahnung wird Militärpolizei eingeschaltet
Wer die Aufforderung, die persönliche Ausrüstung samt Waffe nach Entlassung aus der Militärdienstpflicht abzugeben, ignoriert, erhält eine Mahnung mit den üblichen Fristen. Bleibt eine Reaktion aus, wird die Militärpolizei eingeschaltet, um die persönliche Waffe einzuziehen.
Derzeit würden insgesamt 336 offene Rückzüge bei der Militärpolizei bearbeitet – inklusive den 31 neuen Fällen. «Sie analysiert das Risiko und sucht anschliessend den ehemaligen Angehörigen der Armee auf, um ihm eine Verfügung zu übergeben und die Waffe zu übernehmen», erklärt Mediensprecher Frik.
Vier Leute für die Adressen-Recherche
Bei den restlichen 10'000 Dossiers der Untersuchung blieben 4000 Schreiben der Armee ohne Antwort. 6000 Briefe erreichten ihre Empfänger nicht. Allein für die Nachforschungen bei den fehlerhaften Adressen stellte die Armee vier zusätzliche Leute ein.
«Wir konnten mit aufwändigen Sucharbeiten – Post, Gemeinden, Facebook – und dank der personellen Verstärkung bereits 3500 Adressen herausfinden», sagt Frik. «Total 7500 Personen wurden zwischen Anfang und Mitte Juli 2012 in drei Tranchen angeschrieben und aufgefordert, ihr Dienstbüchlein einzuschicken. Wer nicht reagiert, wird anschliessend telefonisch kontaktiert.»
Da jährlich 5000 Armeeangehörige abgerüstet werden, gibt es immer wieder neue Fälle, bei denen die Fristen nicht eingehalten werden. «In jedem neuen Fall werden wieder die üblichen Prozesse für die Abrüstung ausgelöst», sagt Frik.
Ausgelöst wurde die umfangreiche Nachkontrolle durch einen Polizistenmord im bernischen Schafhausen vom Mai 2011.
(sf/buev; fref)



