Schweiz
Brand-Unfall: Staatsanwaltschaft ermittelt in Pfadi-Lager
Sie sind schwerverletzt. Aber stabil. Die beiden 11-jährigen Pfadfinder, die am Montagabend in der Region Oberbüren (SG) einem Brandunfall zum Opfer fielen, haben ein Feuer mit Brennsprit entfacht. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen ermittelt.
Das Lager mit 1600 Kindern und Jugendlichen wird weitergeführt. «Wir bedauern den Unfall sehr und sind in Gedanken bei den schwerverletzten Pfadis», sagte OK-Chef Armin Bosshard an einer Medienorientierung am Unfallort in einem Wäldchen neben der Autobahn A1 zwischen Gossau und Oberbüren.
Die beiden 11-jährigen Knaben aus dem Kanton St. Gallen wurden am Montagabend in Spezialkliniken in der Schweiz geflogen. Zum Gesundheitszustand machen die Spitäler laut Polizei keine Angaben. Beide Brandopfer seien aber stabil, sagte Hanspeter Krüsi, Medienchef der Kantonspolizei St. Gallen, die den Brandunfall untersucht.
Ein weiterer Knabe erlitt nur leichte Verbrennungen und konnte ambulant im Sanitätszelt des Lagers behandelt werden. Laut dem Lagerarzt, der kurz nach den beiden Rettungswagen mit Notfallärzten am Unfallort eintraf, reagierten die Kameraden der beiden Schwerverletzten geistesgegenwärtig: «Sie haben die Opfer sofort im nahen Bach gekühlt und den Rettungsdienst gerufen», sagte Patrick Scheiwiler.
Woher die Flasche mit Brennsprit kam, welche die Pfadfinder ins Feuer gossen, ist noch unklar. «In der Pfadi lernt man, ohne Hilfsmittel Feuer zu machen, sagte OK-Chef Bosshard dazu.
Allein unterwegs
Als das Unglück geschah, waren drei Pfadigruppen auf einem so genannten Hike etwa zwei Fussstunden abseits des Lagers in einem Wäldchen nahe der Autobahn A1. Solche Gruppenwanderungen seien in Pfadilagern üblich, sagte Pfadi-Mediensprecher Markus Egger. Die drei Gruppen mit insgesamt 30 Kindern und Jugendlichen seien allein unterwegs gewesen. Der älteste Pfadfinder der betroffenen Wandergruppe sei 14 Jahre alt.
«Der Ort, wo sie biwakieren sollten, war vorgegeben. Zudem waren die Gruppen mit ihren Leitern in telefonischem Kontakt», so Egger.
Mit dem Heli in die Spezialklinik
Eine neunköpfige Gruppe von 10- bis 14-Jährigen hatte am vorgegebenen Platz Zelte aufgestellt und ein Feuer entfacht. Aus bisher ungeklärten Gründen hatten die Pfadfinder eine Flasche mit Brennsprit bei sich. Sie gossen die Flüssigkeit in das Feuer, worauf die Kleider von drei Umstehenden in Brand gerieten.
Zwei 11-Jährige zogen sich grossflächige hochgradige Verbrennungen zu, ein weiterer Knabe erlitt leichte Brandwunden. Zur Betreuung der Jugendlichen wurde die Psychologische Erste Hilfe aufgeboten. Die Eltern der betroffenen Kinder sind laut Polizei unverzüglich informiert worden.
Laut der Kantonspolizei St. Gallen wurde mit der Spurensicherung der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei St. Gallen beauftragt. Die Untersuchung des Unfalles führt die Staatsanwaltschaft.
(sda/from;gern)







