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Syrien: «Die Opposition» fehlt – Religion wichtigstes Interessen-Kriterium
Der Machtkampf in Syrien dauert seit über einem Jahr an. Ursache für die langwierigen Kämpfe sind auch die unterschiedlichen Interessen der einzelnen Gruppen. Wer gegen das Regime kämpft ist zwar oppositionell, «die Opposition» fehlt aber. Religion und Ethnie sind wichtigste Kriterien für Interessengemeinschaften.
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Syrien zählt rund 22 Millionen Einwohner. 90 Prozent sind Araber. Kurden, Armenier und andere machen die weiteren Volksgruppen aus. Während in Damaskus alle Ethnien und Religionsgemeinschaften zumindest teilweise vertreten sind, verteilen sich die die Gruppen ausserhalb der Stadt nicht gleichmässig. Mehrere Orte wurden zum Zentrum für mindestens eine der Gemeinschaften.
Kurden im Norden
Etwa 75 Prozent der Bevölkerung Syriens sind sunnitische Muslime, deren Glaubensverständnis regional aber unterschiedlich ist. Die Einwohner von Hama, Palmyra und einigen kleineren Städten wie Dschisrasch-Schugur gelten als besonders konservativ, die westlich orientierte Hafenstadt Latakia zeigt sich relativ liberal. Latakia ist einer der Orte, wo erste Aufstände gegen das Regime Assad aufflammten.
Machthaber Baschar al-Assad gehört innerhalb der muslimischen Mehrheit zur alawitischen Minderheit. Die Alawiten sind eine schiitische Gruppe, welche aus dem Irak stammt. Sie leben mehrheitlich in Syrien, der Türkei und im Libanon.
Die zweitgrösste Volksgruppe mit eigener Sprache in Syrien sind die Kurden. Ihr Anteil wird auf 9 Prozent der Gesamtbevölkerung geschätzt. Ein kurdischer Siedlungsschwerpunkt liegt entlang der türkischen Grenze. Knapp die Hälfte der syrischen Kurden lebt in der Region Kurd Dagh nordwestlich von Aleppo. Sie stellen dort und in der nordöstlichen Provinz al-Hasaka die Mehrheit.
Nur noch wenige Juden
Etwa 15 Prozent sind Christen verschiedener Konfessionen. Diese leben vor allem im Raum Homs und Aleppo. Viele Christen fürchten, dass ein neues Regime ihre Religionsgruppe verfolgen könnte.
Drusen machen etwa 2 Prozent der syrischen Bevölkerung aus. Ihr Hauptsiedlungsgebiet ist die gleichnamige Bergregion Dschebel ad-Duruz.
Die wenigen noch in Syrien verbliebenen Juden leben vor allem in Aleppo. Die meisten wurden nach Mitte des 20. Jahrhunderts nach Israel vertrieben oder getötet. Zuvor hatten Zehntausende Juden in Syrien gelebt.



