International
Syrien droht mit Chemiewaffen-Einsatz
Das Assad-Regime hat damit gedroht, im Falle eines «ausländischen Angriffs» auch Chemiewaffen einzusetzen. Zudem hält Assad an seiner Macht fest. «Freies Geleit», so wie ihm das die Arabische Liga anbot, lehnt er ab.
Die Führung in Damaskus schreckt nicht vor dem Einsatz von Chemiewaffen zurück, sollte ein Land von aussen angreifen. Es würden aber «niemals» Chemiewaffen «gegen unsere eigenen Bürger» eingesetzt werden, «nur im Fall einer ausländischen Aggression», sagte der Sprecher des syrischen Aussenministeriums.
Zugleich lehnte der Sprecher den Vorschlag der Arabischen Liga für einen Rückzug von Staatschef Baschar al-Assad im Gegenzug für freies Geleit ins Ausland ab. Die Arabische Liga hatte Syriens Präsident Assad aufgefordert, sich «schnell» von der Macht zurückzuziehen. Dafür würde sie ihm «freies Geleit» anbieten. Zugleich stellte die Arabische Liga 100 Millionen US-Dollar als Hilfen für syrische Flüchtlinge bereit.
China und Russland für Plan gewinnen
Der Syrien-Sondervermittler Kofi Annan soll sich laut der Arabischen Liga künftig stärker auf einen Machtübergang in Damaskus konzentrieren. Die Opposition und die Freie Syrische Armee (FSA) müssten eine Übergangsregierung der nationalen Einheit bilden.
Ihre Beschlüsse will die Arabische Liga in Moskau und Peking erläutern. Die Veto-Mächte Russland und China blockieren im UNO-Sicherheitsrat eine schlagkräftige UNO-Resolution. Die Arabische Liga will eine Sondersitzung der UNO-Generalversammlung fordern, um in Syrien «Sicherheitszonen» und «humanitäre Korridore» einzurichten.
Seit dem Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 starben nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 19'000 Menschen.
Zehntausende auf der Flucht
Aus der nordsyrischen Handelsmetropole Aleppo berichtete ein Augenzeuge dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira von «schlimmsten Kämpfen» seit Beginn der Unruhen. Die bewaffnete Opposition hatte am Sonntag den Sturm auf die zweitgrösste Stadt des Landes ausgerufen.
Aleppo sei voller Flüchtlinge aus den Städten Homs und Hama, berichtete der Mann. Die Versorgungslage werde immer schwieriger, die Preise seien in den Himmel geschossen. Wie für alle Informationen gab es auch hierfür von unabhängiger Seite keine Bestätigung.
In Damaskus soll das Militär nach Angaben von Aktivisten mit massivem Einsatz von Soldaten und Panzern die Kontrolle über die beiden Viertel Al-Messe und Barse zurückerobert haben. Die Aufständischen hätten den «taktischen Rückzug» angetreten, hiess es. Rund 30 Menschen sollen bei den Gefechten in den Morgenstunden getötet worden sein, unter ihnen auch Zivilisten.
Die Rebellen hatten vor gut einer Woche mit einer Offensive Assad erstmals in seiner Hauptstadt angegriffen. Am Wochenende gelang es ihnen, mehrere wichtige Grenzübergänge zur Türkei und zum Irak unter ihre Kontrolle zu bringen.
(agenturen/fref; horm/from)



