Krise im Euro-Land
Spanien droht das gleiche Schicksal wie Griechenland
Die Finanzmärkte verlieren zunehmend das Vertrauen in Spanien. Die Risikoaufschläge für deren Staatsanleihen sind auf ein Rekordhoch geklettert. Auslöser war der Antrag auf Finanzhilfe durch mehrere Regionen. Dass sich Spanien noch selber retten kann, wird immer fraglicher.
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Die Risikoaufschläge für die spanischen Staatsanleihen stiegen am Montag auf 630 Basispunkte – ein Rekordhoch. Die Rendite für richtungsweisende Wertpapiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg erstmals über 7,4 Prozent. Dieses Niveau gilt für einen Staat auf Dauer als nicht finanzierbar.
Für zweijährige Anleihen erreichten die Zinsen 6,02 Prozent. Fünfjährige Titel rentierten in der Spitze mit 7,07 Prozent. Unterdessen legten auch die Prämien für Kreditausfallversicherungen (CDS) auf spanische Staatstitel zu und stiegen auf einen neuen Rekordstand.
Angst vor Staatsbankrott
Nachdem Valencia als erste autonome Region bei der Zentralregierung in Madrid einen Antrag auf Finanzhilfe im Umfang von zwei Milliarden Euro stellte, erwägen drei weitere Regionen ebenfalls Hilfe aus dem 18 Milliarden schweren Staatlichen Rettungsfonds «Fla» zu beantragen. So muss offenbar auch die Region Murcia Finanzhilfe in Anspruch nehmen.
Die Finanzmärkte beruhigten sich auch nach der Annahme eines neuen, drastischen Sparpakets in Höhe von 65 Milliarden Euro nicht. Auch die Bewilligung von Finanzspritzen von bis zu 100 Milliarden Euro für die maroden spanischen Banken durch die Euro-Finanzminister brachte keine Entspannung.
Spanien gerät tiefer in Rezession
Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos schloss allerdings einen Antrag auf umfassende EU-Hilfen aus. Auf die Frage, ob sein Land möglicherweise ganz unter den EU-Rettungsschirm schlüpfen könnte, sagte Guindos: «Absolut nicht.»
Bislang ist ein Milliarden-Paket für den kriselnden Bankensektor beschlossen. Das Platzen der Immobilienblase hat der Branche hart zugesetzt.
Die Wirtschaft des krisengeschüttelten Landes stürzt weiter ab. Die härtesten Sparmassnahmen in der Geschichte der spanischen Demokratie hätten das Land im zweiten Quartal tiefer in die Rezession gedrückt, teilte die Spanische Zentralbank mit.
Die viertgrösste Volkswirtschaft im Euroraum schrumpfte demnach um 0,4 Prozent im Quartalsvergleich. Spanien steht damit vor dem dritten Quartalsminus in Folge. In den beiden vorherigen Berichtsperioden ging die Wirtschaftsleistung um jeweils 0,3 Prozent zurück.
Für 2012 erwartet die Regierung der viertgrössten Volkswirtschaft der Eurozone bislang einen Einbruch der Wirtschaftsleistung von 1,5 Prozent.
Börsen taumeln
Zudem ist die Sorge vor einem Staatsbankrott Griechenlands wieder aufgeflammt.
In der Sorge über eine weiteres Abgleiten Spaniens in die Schuldenkrise gaben die Aktienkurse weltweit nach. In Japan sank der Nikkei-Index auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen.
In Madrid und Mailand sackten die Kurse teils um 3,6 respektive 2,9 Prozent ins Minus. Der italienische Aktienmarkt notierte damit so schwach wie seit März 2009 nicht mehr. In Athen lag die Börse 2,8 Prozent im Minus.
(agenturen/fref;horm)



