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International

HI-Viren werden gegen Medikamente resistent

Montag, 23. Juli 2012, 16:34 Uhr

Eine Studie warnt vor zunehmenden Resistenzen von HI-Viren gegen gängige Medikamente. Das Phänomen betrifft vor allem Regionen in Afrika.

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Gemäss der Fachzeitschrift «The Lancet» breiten sich gegen bestimmte Arzneimittel resistente Viren vor allem im Osten Afrikas stark aus. Während vor 8 Jahren noch ein Prozent von ihnen nachgewiesen wurden, stieg die Quote nun auf 7,3 Prozent bei unbehandelten Infizierten.

Im südlichen Afrika sei die Quote von einem auf 3,7 Prozent angestiegen, so die Untersuchung. Eine ähnliche Tendenz gab es den Angaben zufolge in West- und Zentralafrika.

Nur teurere Medikamente wirken noch

Etwa 90 Prozent aller weltweit rund 34 Millionen HIV-Infizierten leben in Entwicklungs- und Schwellenländern. Im vergangenen Jahr erhielten etwa acht Millionen Menschen in ärmeren Regionen Medikamente gegen die Krankheit.

Die festgestellten Resistenzen betreffen laut der Studie HIV-1-Stämme, gegen die eine bestimmte Medikamentenklasse nicht mehr wirkt. Sie lassen sich mit anderen Arzneimitteln behandeln, die aber in der Regel wesentlich teurer sind.

Hoffnungen gedämpft

Um eine Ausbreitung der Resistenzen zu verhindern, empfiehlt die von der Bill- und Melinda-Gates Stiftung und der Europäischen Union finanzierte Untersuchung vor allem, Therapien nicht abzubrechen und Medikamente jeden Tag regelmässig einzunehmen. Die Autoren rufen die Politiker auf, den Nachschub an Arzneimitteln in die Bedarfsländer sicherzustellen.

Bis Freitag tagen bei der Konferenz in Washington etwa 25'000 Forscher, Aktivisten und Politiker zum Thema HIV. Zu Beginn der Tagung war von Optimismus die Rede. Dies unter anderem, weil in jüngster Vergangenheit in Forschung und Prävention Fortschritte zu verzeichnen waren.

Viele Fortschritte und einige Sorgen

Die amerikanische Arzneibehörde FDA hat ein Aids-Medikament zugelassen, das bei täglicher Einnahme die Infektion mit HIV verhindern soll. Doch Schweizer Experten sind überwiegend skeptisch, und sehen in dem Medikament nur einen partiellen Fortschritt. Was genau die Ärzte zweifeln lässt, lesen Sie hier.

(sda/fref;galc)