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Vier Tote bei Waldbrand in Nordspanien

Sonntag, 22. Juli 2012, 23:45 Uhr, Aktualisiert 23.07.2012, 20:33 Uhr

Der Waldbrand in der spanischen Region Katalonien nahe der Grenze zu Frankreich ist ausser Kontrolle. Mindestens vier Menschen starben, weitere 24 wurden verletzt, davon 15 schwer, wie das katalanische Innenministerium mitteilte.

Der Brand ist nach Angaben des katalanischen Innenministers Felip Puig der schlimmste in dem Gebiet seit 26 Jahren. Der Regierungschef Kataloniens, Artur Mas, sagte zu der möglichen Ursache, dass «total unvorsichtige» Fahrer Zigarettenkippen aus dem Autofenster geworfen hätten.

Bei dem Feuer verbrannten bisher 13'000 Hektar Fläche.

Schlimmster Brand seit 26 Jahren (Tagesschau, 23.07.12, 19.30)

Dramatische Szenen spielten sich auf einer engen Landstrasse ab, die entlang der steilen Felsenküste von der Stadt Portbou zur Grenze führt. Nach Medienberichten wurden etwa 50 Fahrzeuge vom Feuer eingeschlossen. Die Insassen flohen zu Fuss über die Berge.

Im Auto verbrannt

Auch eine französische Familie versuchte verzweifelt, vor den Flammen zu flüchten: Der 60 Jahre alte Vater und seine 15-jährige Tochter sprangen ins Meer und ertranken. Die Mutter und zwei weitere Kinder überlebten verletzt.

Bild Brennender Wald an einer Autobahn.
Der Brand ist ausser Kontrolle geraten und blockiert nun auch Strassen und die Bahn. keystone

Ein 75-jähriger Mann starb an einem Herzinfarkt. Ein Franzose, der mit seinem Auto unterwegs war, wurde auf einer Landstrasse vom Feuer eingeschlossen. Der Mann verbrannte in seinem Wagen. Unter den anderen Schwerverletzten ist ein achtjähriges Mädchen.

Hilfe aus ganz Spanien

Der Brand war am Sonntag kurz nach 13.00 Uhr nahe der Ortschaft La Jonquera an der Grenze zu Frankreich ausgebrochen. Die Polizei evakuierte aus einem Feriencamp 74 Kinder und 17 Erwachsene. Sie wurden in eine Militärbasis gebracht. Insgesamt fünf Landstrassen mussten teilweise gesperrt werden. Die Polizei forderte etwa 140'000 Einwohner der Ortschaft Alt Empordà auf, ihren Wohnungen nicht zu verlassen.

Die katalanische Feuerwehr ist überfordert. Deshalb sollen zusätzliche 400 Feuerwehrleute aus den Städten Saragossa, Valencia und Madrid eingeflogen werden. Auch Soldaten sollen helfen. Starker Wind erschwert die Löscharbeiten.

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Wegen des starken Windes mit Geschwindigkeiten von bis 90 Stundenkilometern konnten die ins Gebiet entsandten acht Hubschrauber zunächst nicht eingesetzt werden. Die Zentralregierung in Madrid schickte zur Brandbekämpfung eine Militäreinheit von 150 Soldaten ins betroffene Gebiet.

(agenturen/red; fref)