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Vermischtes

Wasserhose wirbelt über den Zürichsee

Thomas Kleiber, «SF Meteo»
Samstag, 21. Juli 2012, 19:01 Uhr

Am Samstagnachmittag hat am Zürichsee ein äusserst seltenes und spektakuläres Phänomen stattgefunden: Zusammen mit einem Gewitter zog eine Wasserhose über den Zürichsee.

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Eine Wasserhose ist ein Wirbelwind, ähnlich wie ein Tornado, wie «SF Meteo» berichtet. Sie kommen in der Schweiz eher selten vor. Am häufigsten beobachtet man sie Ende Sommer. Denn Wasserhosen treten bevorzugt dann auf, wenn kalte und labil geschichtete Luft über einen warmen See fliesst. Über dem warmen See wird die Luft erwärmt und beginnt aufzusteigen. 

Wasserhose wirbelt über den Zürichsee (Tagesschau, 21.07.2012)

Je nach Windverhältnissen beginnt diese aufsteigende Luft um die eigene Achse zu drehen. Dabei zieht sich der Wirbel immer mehr zusammen und wird immer schneller. Diese Beschleunigung kann mit einem Eiskunstläufer verglichen werden. Seine Pirouette wird auch immer schneller, je mehr er seine Arme und Beine anzieht.

Heute waren die Bedingungen für eine Wasserhose sehr gut. Der Zürichsee ist gut 20 Grad warm, während die Luft 4 bis 7 Grad kälter war. Der See erwärmte somit die Luft. Bereits schon dadurch begann die Luft aufzusteigen. Und in der Höhe war es markant kälter, der Uetliberg hatte nur 11 Grad, die Atmosphäre war also sehr labil. Ermöglicht hat aber die Wasserhose erst ein von der Stadt Zürich her aufziehendes Gewitter. Es hat dafür gesorgt, dass die Luft noch mehr in die Höhe gezogen wurde. Zusätzlich half das Gewitter mit seinem Windfeld, dass sich der Wirbel ausbilden konnte.

Bild Querschnitt durch einen Tornado
Querschnitt durch einen Tornado. sf

Weniger heftig als Tornados

Wasserhosen sind mit Tornados verwandt. Allerdings sind sie meist weniger heftig als ihre Artgenossen auf dem Land.  Dennoch können Sie ein Boot durchaus zum Kentern bringen. Treffen sie auf das Ufer, können sie dort noch grössere Gegenstände herumwirbeln oder Äste abbrechen. Danach  zerfallen sie aber rasch.  

So eindrücklich wie heute sieht man Wasserhosen hierzulande nur selten. Weil sie oft im Zusammenhang mit Gewittern oder starken Schauern auftreten, verhindert der Regen nicht selten die Sicht auf diese imposanten Schläuche. Dennoch: Wenn die Seen warm sind, lohnt es sich bei Kaltlufteinbrüchen mit Thermik (dann, wenn es Schauer oder Gewitter gibt) an den See zu fahren und Ausschau zu halten. Der Anblick einer Wasserhose entschädigt sicher für die vielen erfolglosen Beobachtungsversuche.