International
Assads Armee attackiert Rebellen in Damaskus
Per Militärhelikopter sollen Regierungstruppen auf mutmassliche Oppositionelle gefeuert haben. Aktivisten berichten aus Damaskus ausserdem von Angriffen mit Maschinengewehren und Raketen.
Der Bürgerkrieg in Syrien ist weiter eskaliert. Auch die Ortschaft Samalka im Umland von Damaskus sei angegriffen worden. Die bewaffneten Revolutionäre versuchten nach Angaben von Aktivisten, mehrere Polizeiwachen zu stürmen.
Am Vortag waren drei der wichtigsten Funktionäre des Sicherheitsapparates einem Sprengstoffanschlag zum Opfer gefallen. Dabei wurden der Verteidigungsminister Daud Radschha und sein Stellvertreter Assef Schaukat, ein Schwager des Präsidenten, sowie der Leiter der zentralen Krisenstelle, Hassan Turkmani, getötet.
Assad weiterhin in Syrien
Nach Angaben aus Kreisen der Opposition hält sich Präsident Baschar al-Assad weiter im Lande auf. Assad sei in Latakia am Mittelmeer, wo er die Reaktion auf den Anschlag gegen seine engsten Mitarbeiter aus dem Sicherheitsapparat steuere, hiess es bei Regierungsgegnern und einem westlichen Diplomaten.
Sie beziehen sich dabei auf Offiziere auf dem Militärflughafen, die ein Flugzeug von Assad am Mittwoch haben starten sehen. Über die Passagiere an Bord und das Ziel der Maschine machten sie keine Angaben. Unklar ist auch, ob Assad vor oder nach dem Attentat nach Latakia reiste.
Damaskus wird seit fünf Tagen von Kämpfen erschüttert. Die in London ansässige syrische Beobachtungstelle spricht von 38 Toten in diesem Zeitraum – die drei Vertreter der Regierung nach eigenen Angaben nicht inbegriffen.
In ganz Syrien rechnet die Beobachtungsstelle mit mehr als 200 Opfern allein am Mittwoch. Unter ihnen seien mindestens 124 Zivilisten.
Angriff auf syrische Botschaft in Kairo
Derweil versuchten mehrere Hundert Anhänger der syrischen Opposition, die Botschaft ihres Heimatlandes in der ägyptischen Hauptstadt Kairo zu stürmen und die grüngestreifte Fahne der Aufständischen zu hissen. Kairo ist die Heimatstadt von zahlreichen syrischen Oppositionellen.
Die Sicherheitskräfte feuerten Tränengas in die Menge und drängten die Demonstranten zurück. Bei den Auseinandersetzungen seien 14 Menschen festgenommen worden, sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden.
(sda/dpa/mery;frua)



