International
Anschlag in Bulgarien war vermutlich ein Selbstmordattentat
Sieben Tote, mehr als 30 Verletzte, unter den Opfern offenbar viele Jugendliche: Einen Tag nach dem Anschlag auf eine israelische Reisegruppe in Burgas kommen immer mehr Details ans Licht. Die Ermittler haben inzwischen offenbar konkrete Hinweise auf den Attentäter.
Nach dem Bombenanschlag auf einen Bus mit israelischen Touristen in Bulgarien verdichten sich die Hinweise auf einen Selbstmordattentäter. Die Ermittler hätten eine Person mit einem gefälschten amerikanischen Führerschein als Attentäter identifiziert, sagte der bulgarische Innenminister Tswetan Tswetanow. Auch Israels Aussenminister sprach von einem Selbstmordattentäter, der unter den Toten im explodierten Reisebus gewesen sei.
In bulgarischen Medienberichten hiess es zudem, Sicherheitskameras hätten einen langhaarigen Mann in Sportkleidung aufgenommen, der sich vor der Explosion etwa eine Stunde lang am Ort des Anschlags aufgehalten habe. Seine Leiche soll die schlimmsten Verletzungen aufgewiesen haben.
Kinder und Jugendliche unter den Opfern
Bei dem Anschlag auf dem Flughafen von Burgas am Schwarzen Meer waren am Mittwoch sieben Menschen getötet und Dutzende andere verletzt worden. Fünf Todesopfer waren nach offiziellen Angaben israelische Touristen.
Nach bisherigen Erkenntnissen war die Reisegruppe erst kurz vor der Explosion in Burgas eingetroffen. Als die Gruppe wenig später in den Bus stieg, sei dieser in Flammen aufgegangen. Im Bus sassen offenbar viele Kinder und Jugendliche.
Israels Regierung gab Iran die Schuld an dem Anschlag. Die Attentäter seien Angehörige der radikal-islamischen Hisbollah in Libanon gewesen, die von Iran unterstützt würden, sagte Israels Verteidigungsminister Ehud Barak im israelischen Rundfunk. Bereits unmittelbar nach der Tat hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dem «iranischen Terror» mit einem Gegenschlag gedroht.
Israelisches Rettungsteam nach Bulgarien
Inzwischen ist ein Rettungsteam aus Israel in Bulgarien eingetroffen. Die Rettungskräfte und Militärs haben offiziell den Auftrag, Tote und Verletzte zurück nach Israel zu bringen.
Die Tat sorgte international für Entsetzen. US-Präsident Barack Obama sprach von einem «barbarischen Terroranschlag». Die Vereinigten Staaten verurteilten solche Angriffe auf unschuldige Menschen auf das Schärfste, sagte Obamas Sprecher. Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus.
(agenturen/krua;frua)







