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Wirtschaft

CS will Eigenkapital sofort stärken

Mittwoch, 18. Juli 2012, 7:13 Uhr, Aktualisiert 13:56 Uhr

Die Schweizer Grossbank Credit Suisse reagiert auf die Kritik am zu geringen Eigenkapital. Sie kündigte an, durch eine Reihe von Massnahmen 15,3 Milliarden Franken Kapital zu beschaffen, davon 8,7 Milliarden sofort. Die SNB zeigt sich erfreut über den Schritt.

Die CS reagiert auf die Forderungen der SNB. (Tagesschau 18.7.2012, 12.45)

«Die unangefochtene Kapitalstärke ist von herausragender Bedeutung für unsere Gruppe», erklärte CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner im Communiqué. Und CEO Brady Dougan sagte, dass die Bank damit «jegliche Zweifel bezüglich unserer Stärke der Kapitalausstattung beseitigen» wolle.

Die zusätzlichen 15,3 Milliarden beschafft sich die CS einerseits durch Anleihen, die im März 2013 in Aktien gewandelt werden, und durch so genannte Tier-1-Genussscheine. Anderseits soll hybrides Kapital schneller in anrechenbare Finanzinstrumente umgewandelt werden, Beteiligungen und Immobilien verkauft und Boni-Ansprüche von Mitarbeitenden in Aktien beglichen werden.

Einschätzungen von SF-Wirtschaftsredaktor Christian Kolbe (Tagesschau 18.7.2012, 12.45)

Mit Plus in Handelstag

Die CS eröffnete nach den Ankündigungen an der Schweizer Börse mit einem Plus von 4,7 Prozent. Die Aktie stieg zu Beginn des Handelstages auf 17,95 Franken.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) begrüsste die Kapitalmassnahmen der CS. Diese «führen zu einer raschen und markanten Erhöhung des verlustabsorbierenden Kapitals», hielt die SNB in einer Stellungnahme fest. In einem für das internationale Bankensystem besonders herausfordernden Umfeld würden diese Massnahmen die Widerstandsfähigkeit der Bank «deutlich» stärken.

Die Eidgenössische Finanzaufsicht FINMA wollte sich hingegen nicht dazu äussern. «Die FINMA beaufsichtigt die Kapitalplanung der Grossbanken sehr eng, sie kommentiert aber einzelne Massnahmen der Banken nicht öffentlich», sagte Behördensprecher Tobias Lux.

Stellenabbau möglich

Weiter hat die CS zusätzliche Sparmassnahmen von 1 Milliarde Franken angekündigt. Das bisherige Ziel von 2 Milliarden Franken Kosteneinsparungen sei bereits frühzeitig erreicht worden. Das zusätzliche Sparziel soll bis Ende 2013 umgesetzt werden, wie es in der Mitteilung weiter hiess.

Rund die Hälfte der Einsparungen werden im Geschäftsbereich Vermögensverwaltung erfolgen, die andere Hälfte bei der Investmentbank. Die Kosten für die Sparmassnahmen beliefen sich auf 183 Millionen Franken und seien im zweiten Quartal verbucht worden.

«Mitarbeiter müssen nicht zittern»

CS-Präsident Urs Rohner erklärt im Interview, warum die Bank ihr Eigenkapital aufstockt.  Ausserdem äussert er sich zu den geplanten Sparmassnahmen und einem allfälligen Stellenabbau.

Das ganze Interview lesen Sie hier.

Wie viele Mitarbeiter von dieser Massnahme betroffen sein werden, wollte CEO Dougan nicht beziffern. Er wies aber darauf hin, dass im Zuge des Kostensenkungsprogramms, der Personalbestand um 2500 reduziert wurde.

Reingewinn leicht verbessert

Die CS gab ausserdem das Ergebnis für das zweite Quartal 2012 bekannt. Sie hat einen Vorsteuergewinn von 1,1 Milliarde Franken respektive einen Reingewinn von 788 Millionen Franken erzielt. Das ist etwas mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (768 Millionen Franken) und deutlich mehr als im Vorquartal (44 Millionen).

(sda/awp/mery;krua)