Wirtschaft
CS-Präsident Rohner: «Mitarbeiter müssen nicht zittern»
Die Eigenkapitalaufstockung bei der Credit Suisse hat nach den Worten ihres Präsidenten nichts mit der jüngsten Rüge der Nationalbank zu tun. Vielmehr solle jeder Zweifel an der Kapitalstärke der Bank ausgeräumt werden, sagte Urs Rohner gegenüber Schweizer Radio DRS. Vage blieb er zu einem möglichen Stellenabbau.
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Schweizer Radio DRS: Sie verstärken das Sicherheitspolster der Credit Suisse um 15 Milliarden Franken. Die Schelte der Nationalbank (SNB) von Mitte Juni hat also gewirkt?
Urs Rohner: So sehe ich das nicht ganz. Die unangefochtene Kapitalstärke der CS ist für uns von herausragender Bedeutung. Nach den Formulierungen im SNB-Stabilitätsreport konnten wir es nicht zulassen, dass im Markt auch nur die kleinste Unsicherheit über die Kapitalstärke der Bank besteht. Deswegen haben wir uns im Verwaltungsrat entschieden, die Massnahmen zum Kapitalaufbau, den wir bis 2019 geplant hatten, sofort umzusetzen.
Warum musste die SNB erst an die Öffentlichkeit gehen und die CS rügen?
Rohner: Ich glaube nicht, dass es die Schelte der Nationalbank gebraucht hat. Wir verfolgten einen Kapitalaufbauplan, der mit den Regulatoren der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) abgestimmt war. Wir waren sehr zuversichtlich, den vereinbarten Kapitalaufbau über die nächsten zwei, drei Jahre ganz normal weiterzuführen. Der Stabilitätsbericht der SNB liess gewisse Unsicherheiten entstehen, obwohl unser Kapital mehr als 200 Prozent höher war, als es zu diesem Zeitpunkt hätte sein sollen. Wir konnten sie zum Schutz unserer Franchise nicht anstehen lassen und haben uns deshalb im Verwaltungsrat entschieden, sofort die entsprechenden Massnahmen umzusetzen, um das Thema ein für allemal zu erledigen.
Wenn man sich den eingebrochenen Aktienkurs der CS anschaut, könnte man auch sagen, dass der Druck der Finanzmärkte letztlich zu gross wurde.
Rohner: So würde ich es nicht sehen. Wir konnten einfach nicht den geringsten Zweifel an der Kapitalstärke der CS im Raum stehen lassen. Die beste Art, das zu erledigen, war, sofort mit einer einmaligen Aktion das Kapital auf das Niveau anzuheben, auf dem es 2019 hätte sein müssen.
Sie wollen zusätzlich zu den bereits angekündigten Sparmassnahmen noch einmal eine Milliarde Franken an Kosten sparen. Kommt es zu einem Stellenabbau?
Rohner: Wir werden einen Plan vorstellen, wie wir die Kosten von einer Milliarde Franken herausnehmen können. Das wird zu einem grossen Teil über Effizienzsteigerungen gehen. In welchem Umfang Stellen abgebaut werden, ist heute noch nicht definitiv zu sagen. Wir zeigten in der Vergangenheit aber, dass unsere Kostenmassnahmen jeweils weit unter dem Arbeitsplatzabbau geblieben waren, den wir ursprünglich angekündigt hatten. Ich will nicht spekulieren, aber es gibt noch sehr viele Möglichkeiten, um unsere Kosten zu senken. In den einzelnen Kostenblöcken der Bank gibt es noch genügend Spielraum. Wir sind überzeugt davon, dass wir diese Milliarde bis 2013 sicher erreichen werden.
Aber die Mitarbeitenden müssen zittern. Sie sind ein grosser Kostenblock.
Rohner: Ich würde nicht sagen, dass sie zittern müssen. Es geht um ein paar Prozentpunkte von unseren Gesamtkosten. Wir wollen uns jetzt nicht zu irgendwelchen Zahlen zu einem Personalabbau äussern. Wie bereits gesagt: Wir waren bisher jeweils unter den in der Vergangenheit bekannt gegebenen Zahlen geblieben. Das wird diesmal sicher nicht anders sein.
(drs/nab/krua;vaid)



