International
Bulgarien: Tote bei Explosion von israelischem Touristenbus
In Bulgarien sind bei einem Anschlag mindestens sechs israelische Touristen getötet worden. Sie sassen in einem Reisebus am Flughafen von Burgas, als dieser explodierte. Israel beschuldigt den Iran, hinter dem Attentat zu stecken.
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Der Vorfall ereignete sich am Flughafen der Hafenstadt Burgas am Schwarzen Meer. Das Aussenministerium in Sofia spricht von mindestens sechs Toten. Über 30 Menschen wurden verletzt – unter den zum Teil schwer Verletzten sollen auch Kinder und schwangere Frauen sein. Sie sind in ein Spital in dem Ferienort gebracht worden.
Etwa 150 israelische Touristen waren am frühen Nachmittag von Tel Aviv aus mit einer bulgarischen Chartermaschine nach Burgas geflogen. Der Anschlag ereignete sich nur kurz nach ihrer Ankunft auf dem Flughafengelände.
Augenzeugen zufolge sprangen einige der Touristen in Panik aus dem brennenden Bus. «Schwarzer Rauch stieg auf und die Menschen liefen hysterisch in Richtung Terminal.»
Weltweite Empörung
US-Präsident Barack Obama sprach von einem «barbarischen Terroranschlag ». Sein Sprecher Jay Carney sagte, die Vereinigten Staaten «verurteilen solche Angriffe auf unschuldige Menschen, insbesondere Kinder, auf das Schärfste».
Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle forderte, die Täter müssten für diese schreckliche Tat zur Rechenschaft gezogen werden. Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus.
Israel beschuldigt Iran
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beschuldigt den Iran, hinter dem Anschlag zu stecken. In israelischen Medien wird er mit dem Satz «Alle Spuren weisen auf den Iran hin» zitiert.
In den vergangenen Monaten habe es versuchte Anschläge auf Israelis in Thailand, Indien, Georgien, Kenia und Zypern gegeben. Er sprach von einer «weltweiten iranischen Terrorkampagne». «18 Jahre nach dem Bombenanschlag auf das Gebäude der israelischen Gemeinde in Argentinien geht der iranische Terror gegen unschuldige Menschen weiter», sagte der Regierungschef.
Mit der Anspielung auf Argentinien bezieht sich Netanjahu auf einen Anschlag auf das Jüdische Zentrum in Buenos Aires, bei dem 1994 mindestens 86 Menschen getötet wurden.
Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sagte: «Wir verfolgen seit einiger Zeit Absichten von Terrororganisationen – Hisbollah, Hamas, iranischen Elementen und dem Dschihad – die Anschläge in aller Welt verüben.» Die israelischen Sicherheitsorgane würden «mit aller Macht dagegen vorgehen».
Augenzeugin berichtet von einem Unbekannten
Die Bilder von der Bombenexplosion in Burgas sorgen in Israel für Fassungslosigkeit. Berichte, dass viele Jugendliche unter den Opfern waren, machten viele besonders betroffen.
Israelische Medien zeigten Bilder von dem ausgebrannten Reisebus in dem beliebten Ferienort Burgas und liessen verstörte Augenzeugen zu Wort kommen. Eine Israelin erzählte der Online-Ausgabe der Zeitung «Haaretz», ihre Tochter habe sie nach der heftigen Explosion völlig aufgelöst von Bulgarien aus angerufen. Sie habe erzählt, jemand habe sich in dem Bus in die Luft gesprengt. «Sie hat Schnittverletzungen erlitten und blutete, sie musste aus einem Fenster des Busses gehoben werden», berichtete die Mutter.
Nach der Explosion wurde der Flughafen von Burgas umgehend geschlossen. Die Flüge wurden nach Varna umgeleitet.
Die bulgarische Küste am Schwarzen Meer war in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Ferienziel für Israelis geworden. Die beiden Länder unterhalten ausserdem sehr gute Verbindungen.
(agenturen/fref/schubeca/weis)



