Inhalt

Krise im Euro-Land

Spanische Staatsbedienstete erheben Faust gegen Spardiktat

Montag, 16. Juli 2012, 4:24 Uhr, Aktualisiert 14:28 Uhr

Aus Protest gegen die neuen Sparpläne der Regierung sind tausende Menschen in Madrid spontan auf die Strasse gegangen. Unter den Demonstranten waren zahlreiche Polizisten, Feuerwehrleute in Uniform, Lehrer und andere Staatsbedienstete.

Spanier protestieren gegen das verabschiedete Sparprogramm. (Tagesschau 16.7.2012, 12.45)

Zu der Spontan-Demonstration wurde über soziale Internet-Netzwerke und SMS aufgerufen. Die Demonstranten versammelten sich vor der Zentrale der konservativen Regierungspartei von Ministerpräsident Mariano Rajoy und zogen zu dem bekannten Platz Puerta del Sol im Stadtzentrum und von dort vor das Parlament.

Bild Demonstrierende Menschen in Madrid
Tausende Menschen versammelten sich in Madrid spontan aus Protest gegen die neuen Sparpläne der Regierung. reuters

«Seit zwei Jahren nehmen sie uns unseren Lohn weg», sagte ein demonstrierender Polizist. Am Freitag hatte das Kabinett ein neues Massnahmenpaket beschlossen, mit dem die Regierung den Staatshaushalt bis Ende 2014 um 65 Milliarden Euro entlasten will.

Unter anderem sollen die Mehrwertsteuer von 18 auf 21 Prozent angehoben, das Weihnachtsgeld für Staatsbedienstete gestrichen und die Arbeitslosenhilfe gekürzt werden. Am Sonntag wurde bekannt, dass die Sparmassnahmen nicht reichen.

Für kommenden Donnerstag haben die wichtigsten Gewerkschaften des Landes landesweit zu Demonstrationen gegen die Sparmassnahmen aufgerufen.

(sda/weis; kunb)