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International

Ägypter werfen mit Tomaten und Schuhen nach Clinton

Montag, 16. Juli 2012, 8:51 Uhr

Auch am zweiten Tag ihres Ägypten-Besuchs ist US-Aussenministerin Hillary Clinton mit heftigen Protesten empfangen worden. Aufgebrachte Demonstranten bewarfen die Wagenkolonne der Politikerin am Sonntag in Alexandria mit Tomaten, Wasserflaschen und Schuhen als Zeichen der Verachtung.

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In Alexandria werfen Demonstranten mit Tomaten nach Clinton. (ohne Kommentar)

In Sprechchören wurde gefordert, Clinton solle das Land verlassen. Die Protestierer riefen zudem «Monika, Monika» – eine Anspielung auf die Skandal-Affäre zwischen Clintons Ehemann Bill mit der Praktikantin Monika Lewinsky in seiner Zeit als US-Präsident.

Ein US-Verantwortlicher sagte, Clintons Wagen sei nicht von Wurfgeschossen getroffen worden.

Verrat an Demokratiebewegung

Hintergrund der Proteste waren vermutlich Gerüchte, die USA hätten die Muslimbrüder nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak unterstützt. Bereits am Samstag hatten anti-islamistische Demonstranten vor Clintons Hotel protestiert und ihr Verrat an der Demokratiebewegung vorgeworfen.

Clinton sagte dazu bei einer Rede in dem Konsulat in Alexandria, sie wolle klarstellen, dass die USA keinerlei Einfluss auf Wahlen in dem Land genommen hätten. «Die USA haben nichts damit zu tun, wer (in Ägypten) gewinnt und wer verliert.» Bereits zuvor hatte es während Clintons Ägypten-Besuch am Wochenende Proteste gegen die US-Aussenministerin und gegen eine angebliche Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten Ägyptens gegeben.

«Militär soll sich beschränken»

Auslöser der Proteste war ein Treffen der US-Chefdiplomatin mit dem neuen Präsidenten Mohammed Mursi. Clinton hatte während des Besuchs auch den Chef des mächtigen Obersten Militärrats, Hussein Tantawi, getroffen.

Clinton betonte, das Militär müsse sich auf seine Sicherheitsrolle beschränken. Die USA würden Ägypten auf seinem Weg unterstützen. «Es gibt aber noch eine Menge Arbeit», betonte die Ministerin mit Blick auf den Konflikt zwischen Militär, Präsidenten und Oberstem Verfassungsgericht nach der Auflösung des Parlaments. Feldmarschall Hussein Tantawi, der Ägypten bis zur Wahl Mursis faktisch führte, verlangte Wirtschaftshilfen von den USA.

(agenturen/buev; kunb)