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UNO-Beobachter in Syrien: Armee griff in Tremseh Aufständische an
Der Armee-Angriff in der Kleinstadt Tremseh hat laut UNO-Beobachtern gezielt syrischen Aufständischen und Oppositionellen gegolten. Allem Anschein nach seien vor allem Häuser von «Deserteuren und Aktivisten» attackiert worden, erklärte eine UNO-Sprecherin.
Die syrische Regierung wies den Vorwurf zurück, in Tremseh – 25 Kilometer nordwestlich von Hama – Panzer, Artillerie und Helikopter eingesetzt zu haben.
Bei den Kämpfen um die mehrheitlich sunnitische Kleinstadt Tremseh seien am Donnerstag zahlreiche Waffentypen eingesetzt worden, darunter Artillerie, Granatwerfer und leichte Schusswaffen, erklärte eine UNO-Sprecherin.
Die Angriffe hätten sich gezielt gegen Aufständische gerichtet, sagte die UNO-Sprecherin. Mit dieser Einschätzung widersprach sie der Darstellung der Opposition, wonach die Armee die Kleinstadt wahllos bombardierte und fliehende Zivilisten erschoss.
Zahl der Toten unklar
Die Beobachter werden zu weiteren Erkundungen nach Tremseh zurückkehren. Die Zahl der Toten ist noch unklar. Ein Sprecher des syrischen Aussenministeriums sagte, es seien 37 Bewaffnete und zwei Zivilisten getötet worden.
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte dagegen die Opferzahl mit mindestens 150 Toten angegeben, darunter zahlreiche Aufständische. Damit wäre es das blutigste Massaker seit Beginn des Aufstands gegen Staatschef Baschar al-Assad im März 2011.
Erdogan: Versuchter Völkermord
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete das Blutbad von Tremseh als «versuchten Völkermord», wie türkische Medien berichteten. Die Taten seien Beleg dafür, dass das Regime dem Untergang geweiht sei. Das syrische Volk werde sich für diese Verbrechen rächen wollen, warnte er
Die Gewalt hielt indessen unvermindert an. Armee und Milizen stürmten laut Aktivisten am Samstag die Ortschaft Cherbet Ghasale in der südlichen Provinz Daraa. Westlich der nordsyrischen Stadt Aleppo waren am Samstagabend über sechs Stunden lang Explosionen und Schüsse zu hören.
Gerüchte um Chemiewaffen
Der britische Sender Sky News berichtete unter Berufung auf britische Geheimdienstmitarbeiter, syrische Streitkräfte hätten Chemiewaffen in die Rebellenhochburg Homs transportiert.
Auch nach früheren Angaben des «Wall Street Journal» wurde in Syrien damit begonnen, Chemiewaffen aus den Lagern zu holen. Damaskus besitze grössere Mengen des Nervenkampfstoffes Sarin und Senfgas.
Razzien und Schüsse in Damaskus
In mehreren Vierteln der Hauptstadt Damaskus soll es am Sonntag Razzien und Schüsse auf Regimegegner gegeben haben, wie Aktivisten berichteten. Demnach konzentrierten sich die Operationen der Regierungstruppen auf die Viertel Al-Tadhamun und Kabr Atika. Heftige Gefechte wurden ausserdem aus der Provinz Deir al-Sur gemeldet.
Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden am Samstag 115 Menschen getötet, unter ihnen 50 Zivilisten. Am Sonntag starben über 50 Menschen.
Iran bietet Vermittlung an
Irans Aussenminister Ali Akbar Salehi erklärte die Bereitschaft seines Landes, ein Treffen zwischen Regierung und Opposition zur Lösung des Konflikts auszurichten. Der Iran ist der engste Verbündete Syriens.
(sda/galc)



