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Schweiz

Schneider-Ammann zieht positive Bilanz seiner China-Reise

Donnerstag, 12. Juli 2012, 18:05 Uhr

Am Freitag endet in China die Wirtschaftsmission von Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Für ihn Grund genug, um schon mal ein positives Fazit seiner Reise zu ziehen. Bevor ein Freihandelsabkommen geschlossen werden könne, müsse die Schweiz aber noch einige Kompromisse mit dem viertgrössten Land der Welt schliessen.

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Schneider-Ammann wies vor Medienvertretern in Shanghai aber auch darauf hin, dass der Teufel im Detail liege und in den Verhandlungsrunden noch viel Arbeit anstehe. Die vier gewichtigsten Themen, bei welchen für das Abkommen noch Lösungen gefunden werden müssten, seien der Industriesektor, der Dienstleistungsbereich, der Schutz des geistigen Eigentums und die Landwirtschaft.

Mit dem Freihandelsabkommen verfolge er ausschliesslich das Ziel, dass tiefere Zölle und weniger Handelsbarrieren Schweizer Unternehmen im riesigen und schnell wachsenden Markt China wettbewerbsfähiger machen. Das wiederum fördere letztlich die Beschäftigung in der Schweiz. «Ich will die Arbeitsplätze in der Schweiz behalten», sagte Schneider-Ammann.

Da auch von chinesischer Seite mehrfach das Interesse an einem Freihandelsabkommen mit der Schweiz bezeugt worden sei, könne man einen raschen Abschluss der Verhandlungen erwarten, so der Wirtschaftsminister.

Patentschutz besser durchsetzen

Für China sei die Schweiz primär wegen ihrer Innovationskraft und den Technologien als Handelspartnerin wichtig. Bei den kommenden Verhandlungsrunden im September und November werde die Schweiz daher darauf pochen, dass die Unternehmen beim Schutz des geistigen Eigentums deutlich mehr Sicherheit bekommen sollten, als das im Moment vielleicht der Fall sei.

«In China tätige Unternehmer berichteten mir aber, dass China beim Schutz von Patenten von Jahr zu Jahr Fortschritte macht», sagte Schneider-Ammann. Das Land wisse, dass es die Gesetze durchsetzen müsse, wenn es für Direktinvestitionen aus dem Ausland attraktiv bleiben wolle.

Dass es ohne Kompromisse kein Freihandelsabkommen mit China geben werde, betonte der Volkswirtschaftsminister kurz vor Ende seiner knapp fünftägigen Wirtschaftsmission ebenfalls. Die chinesische Seite sei an einem besseren Marktzugang für Landwirtschaftsprodukte interessiert.

Landwirtschaft nicht opfern

Vor einer Öffnung des Agrarmarkts haben allerdings die Schweizer Bauern Angst. Sie fürchten, ihre Erzeugnisse würden von chinesischen Produkten verdrängt.

Doch Schneider-Ammann beschwichtigt: Falls der Markt geöffnet werde, dann müsse das für jede Produktgruppe einzeln angeschaut werden. Zudem müssten die chinesischen Erzeugnisse auf alle Fälle die qualitativen Anforderungen der Schweiz erfüllen.

Zur Kritik des Bauernverbands, bezüglich eines Abkommens mit China weder einbezogen noch angehört worden zu sein, sagte der Bundesrat, dass die Landwirtschaft nicht anders behandelt worden sei als andere Sektoren. In den nächsten Wochen und Monaten werde aber mit vom Abkommen betroffenen Kreisen geredet.

Weder dürfe die Landwirtschaft geopfert werden, um das Abkommen abzuschliessen, noch dürften die Industrieinteressen aufgeben werden, weil die Landwirtschaft die Veränderung scheue.

Rückreise am Freitag

Begonnen hatte Schneider-Ammann seine Wirtschaftsmission, bei der er von Vertretern aus Wirtschaft und Politik begleitet wird, am Montag in Peking. Am Mittwoch besuchte Schneider-Ammann Xiamen. Am (heutigen) Donnerstag traf er Shanghais Parteiführer Yu Zhengsheng und wohnte einer Fabrikeröffnung des Innerschweizer Kunststoff-Schweissgeräteherstellers Leister bei. Der Bundesrat beendet seine Wirtschaftsmission am Freitag.

(sda/godc;maiuw)