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Kultur

Pinakothek der Moderne – wegen Pfusch am Bau geschlossen

Donnerstag, 12. Juli 2012, 17:17 Uhr

Schon wieder Probleme mit einem Grossprojekt in Deutschland: Nach S21, der Elbphilharmonie und dem Grossflughafen Berlin-Brandenburg drückt jetzt der Schuh in München. Nur zehn Jahre nach der Eröffnung muss die dortige Pinakothek der Moderne saniert werden.

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Die Pinakothek muss wegen Mauerrissen saniert und rund ein halbes Jahr lang geschlossen werden. Im April 2013 sollen die Bauarbeiten an dem erst zehn Jahre alten Kunstmuseum beginnen, wie der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Klaus Schrenk sagte. Die Sanierung soll 14 Wochen dauern.

Weil aber das komplette Museum für die Zeit komplett geräumt werden muss, wird die Pinakothek schon im Februar schliessen und erst im September wieder für das Publikum öffnen. Zwar werden die Bauarbeiten nur in der Rotunde, der Eingangshalle, nötig sein. Die Kunstwerke müssen aber vor dem Staub in Sicherheit gebracht werden.

Stahlrohr-Architektur als Provisorium

Grund für den Aufwand: Betonschwund und Ziegel, die sich mit der Zeit dehnten. Der Bau ohne Fugen sei damals zwar völlig vertretbar, aber schon ein kleines Wagnis gewesen, sagte der Leiter des staatlichen Bauamtes München, Kurt Bachmann. Nach der Sanierung soll es einzelne, kaum sichtbare Mauerfugen geben.

Das Vorhaben wird nach Angaben Bachmanns voraussichtlich rund 1,5 Millionen Euro kosten – allein die Hälfte für den Bau eines Provisoriums aus Baugerüsten. Dieses soll dann für die Zeit der Arbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft als Ausweichstätte genutzt werden. Die teuersten und empfindlichsten Werke aus der Bayerischen Staatssammlung werden dort aber nicht zu sehen sein.

Viele Baustellen, wenig Geld

Der provisorische Bau wird darum wohl in erster Linie dem Designmuseum oder der Sammlung Moderne Kunst zu Gute kommen. Museumschef Schrenk kündigte bereits an, dass das geplante Ausstellungsprogramm wahrscheinlich abgeändert werden müsse. Die Pinakothek macht aber aus der Not eine Tugend und wirbt für die «Schaustelle an der Baustelle». Möglicherweise soll es auch eine Aussichtsterrasse geben.

Bild Aussenansicht der Pinakothek der Moderne
10 Jahre alt und schon Bauruine: Die Pinakothek der Moderne in München. archiv / keystone

«Ich bin schon sehr verwundert gewesen, dass nach zehn Jahren hier saniert werden muss», gestand Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP). Erst kürzlich hatte er den Sanierungsbedarf für Museen und Theater in Bayern auf insgesamt rund 700 Millionen Euro beziffert. Eine Generalüberholung braucht auch die Neue Pinakothek, die für rund 60 Millionen Euro saniert werden muss – unter anderem wegen Asbest.

(dpa/falt;godc)