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International

Tote am Mont Blanc kein Einzelfall

Donnerstag, 12. Juli 2012, 16:57 Uhr

Am frühen Donnerstagmorgen riss eine Lawine in den französischen Alpen neun Menschen in den Tod. Solche Dramen spielen sich in der für Alpinisten faszinierenden Gebirgsgruppe immer wieder ab.

24. August 2008: Acht Bergsteiger sterben am Mont Blanc. Sie werden von einer riesigen Lawine erfasst, unter Eis- und Schneemassen verschüttet und rund 1500 Meter weit mitgerissen. Das Wetter ist dermassen schlecht, dass Helfer nicht zur Unglücksstelle vordringen können. Später werden die Opfer unter einer 20 bis 50 Meter dicken Eisschicht geortet.
 
5. Juli 2007: Drei polnische Bergsteiger werden von einer Lawine mitgerissen, zwei Begleiter können sich retten. Die Leichen der Verschütteten – zwei Männer und eine Frau – werden im italienisch-französischen Grenzgebiet des Berges gefunden.
 
17. Juni 2007: Nach einem Lawinenabgang in etwa 4100 Metern Höhe an einem der Mont-Blanc-Nebengipfel, dem Mont Blanc du Tacul, stirbt ein Alpinist, ein zweiter Bergsteiger wird vermisst, ein dritter Angehöriger einer siebenköpfigen Gruppe aus Frankreich, Italien und der Schweiz wird schwer verletzt ins Spital eingeliefert.
 
1. Januar 2006: Im Mont-Blanc-Massiv graben Bergungsmannschaften auf 3500 Metern Höhe zwei Bergsteiger tot aus dem Schnee aus.
 
20. April 2002: Vier Skifahrer, drei Österreicher und ein Franzose, werden im französischen Mont-Blanc-Gebiet von einer  Eislawine verschüttetet und getötet. Ein weiterer Österreicher überlebt das Unglück mit schweren Verletzungen.
 
4. Februar 2001: Zwei belgische Snowboard-Fahrer sind zunächst mit einer Gruppe von Wintersportlern nahe der Bergstation Vallorcine am Mont-Blanc unterwegs, trennen sich dann aber. Sie werden von einer Lawine getötet, die sie abseits der markierten Pisten vermutlich selbst auslösen.
 
9. Februar 1999: In der Nähe von Chamonix geht eine bis zu 200 Meter breite und zum Teil zwölf Meter hohe Pulverschnee-Lawine nieder und tötet zwölf Menschen, darunter vier Kinder. Die Schneemassen lösen sich an einer Flanke des 2500 Meter hohen Pecleret-Berges und zerstören im Tal 17 Holzhäuser zwischen den Dörfern Le Tour und Montroc. 27 Bewohner überleben das Unglück.
 
28. Juli 1994: Neun Bergsteiger werden auf 3500 Metern Höhe auf dem Petit-Plateau-Gletscher von einer Eislawine überrascht, als sie vor einem aufziehenden Gewitter in einer Hütte Zuflucht suchen wollen. Helfer können vier Mitglieder einer Seilschaft aus Südtirol nur noch tot bergen. Wegen schlechter Witterungsbedingungen wird die Suche nach fünf vermissten Franzosen eingestellt.
 
19. Juli 1992: Bei Lawinenunglücken kommen im Mont-Blanc-Massiv sechs Bergsteiger und ein Mitglied der französischen Bergwacht ums Leben. Mehrere Alpinisten werden in 3000 Metern Höhe auf der normalen Bergtour-Route von Schneemassen in eine Gletscherspalte gerissen. Kurz zuvor haben sich drei tödliche Unfälle am höchsten Berg Europas ereignet.

(sda/mery;fref)