Schweiz
Zürcher BVK-Skandal: Ex-Regierungsrat Huber verteidigt sich
Der frühere Zürcher Regierungsrat Christian Huber sieht sich als Opfer im Korruptionsskandal um die Beamtenversicherungskasse BVK. Natürlich trage er als Finanzdirektor eine politische Verantwortung, sagt er in der Sendung «Rundschau». Doch er habe keine Hinweise auf strafrechtliche Verfehlungen des damaligen Anlagechefs der BVK, Daniel Gloor, gehabt.
«Wenn ich den geringsten Hinweis gehabt und trotzdem nichts unternommen hätte, dann müsste ich mir einen Vorwurf gefallen lassen», sagte Huber. Heute frage er sich eher, wie es denn um seine Menschenkenntnis stehe. Huber war Zürcher Regierungsrat von 1999 bis 2005. Seither hält er sich zumeist auf seinem Schiff auf – zur Zeit in Nordfrankreich.
Huber soll davon erfahren haben
An frühe Warnungen, dass die Geschäftsbeziehungen zwischen der BVK und der später eingebrochenen Beteiligungsgesellschaft BT&T zu riskant sein könnten, kann sich Huber nicht erinnern. In der «Rundschau» erklärt dagegen der frühere BT&T-Verwaltungsratspräsident Robert Straub, er habe bereits 1999 die BVK und die Finanzdirektion gewarnt. Straub trat aus dem BT&T-VR zurück, weil er der Internet-Börseneuphorie misstraute und weil der Gründer und CEO der BT&T die Firmengruppe immer mehr kontrolliert habe.
Sofort nach seinem Rücktritt aus dem BT&T-VR habe er aktiv gewarnt, sagte Straub: «Ich bin bei Herrn Gloor vorbeigegangen und beim Generalsekretär in der Finanzdirektion». Er sei überzeugt, dass der damalige Regierungsrat Huber davon erfahren habe. Straub war 1995 selber Chefbeamter in der Zürcher Finanzdirektion gewesen. Mit der Investition in die Firmengruppe BT&T verlor die BVK bis Ende 2003 272 Millionen Franken.
Daniel Gloor, der frühere Anlagechef der Zürcher Beamtenversicherungskasse, steht seit Mittwoch vor dem Zürcher Bezirksgericht. Die Anklage wirft ihm passive Bestechung, ungetreue Amtsführung und Geldwäscherei vor. Neben ihm haben sich fünf Geschäftsleute aus der Finanzbranche wegen mutmasslicher Bestechung zu verantworten – unter ihnen auch der Gründer der Beteiligungsgesellschaft BT&T. Insgesamt soll der teilweise geständige Gloor 1,6 Millionen Franken an Bestechungsgeldern entgegen genommen haben. Der BT&T-Chef bestreitet alle Vorwürfe. Ein Urteil wird erst im Herbst erwartet.






