Schweiz
SBB-Chefin Pilloud: «Service im Zug muss besser werden»
Steigende Preise, sinkender Service, überfüllte Züge – so die Kritik vieler Passagiere. Jetzt reagiert die SBB. Personenverkehrs-Chefin Jeannine Pilloud will mit einem Zwei-Jahres-Plan den Kundenservice verbessern.
«Strategie P» heisst das für Pendler derzeit wohl interessanteste interne Papier der SBB. Darin schreibt die Bahn vom «Weg zur wertvollen SBB». Konkret will die SBB-Personenverkehrs-Chefin Jeannine Pilloud innert zwei Jahren die Kundeninformation, das Reiseklima und die Verpflegung in den Zügen verbessern.
«Die Passagiere erwarten mehr als vor 20 Jahren»
Pilloud bestätigte erstmals gegenüber der «Rundschau»: «Die SBB muss beim Kundenservice besser werden. Die Erwartungen unserer Kunden steigen. Die Passagiere erwarten heute mehr als vor 20 Jahren.» Damit reagierte die SBB auf die zunehmende Kritik.
Einer der besten SBB-Kenner ist Walter von Andrian, Chefredaktor der «Schweizer Eisenbahnrevue». Seine Kritik: «Die SBB will möglichst keinen Kundenkontakt. Nicht am Schalter, immer weniger in den Zügen. Der Kunde soll kommen, bezahlen, aber möglichst keine Wünsche haben.»
Ticketpreise: Preisüberwacher setzt sich gegen SBB durch
Weiter bestätigte SBB-Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi, dass die Verhandlungen mit dem Preisüberwacher kurz vor dem Abschluss stehen.
Resultat: Die Ticketpreise werden nicht wie von der SBB geplant um 5,6 Prozent steigen. Wie viel weniger steht laut SBB noch nicht fest. Klar ist: Preisüberwacher Stefan Meierhans hat sich in den Verhandlungen durchgesetzt.
Gygi: «Bedenken wegen zweiter Gotthard-Röhre»
Gygi äussert sich auch erstmals zu den Plänen des Bundesrates für eine zweite Gotthard-Röhre. Er habe Bedenken, dass die Kapazität durch den Strassentunnel nicht doch erhöht werde. Gygi äussert sich damit skeptisch zur entsprechenden Absichtserklärung von Verkehrsministerin Doris Leuthard.



