Schweiz
HEV lanciert Kampf gegen Eigenmietwert
«Sicheres Wohnen im Alter» lautet die Initiative des Hauseigentümerverbands (HEV). Es gelte, den Eigenmietwert abzuschaffen, da damit ältere Menschen benachteiligt würden. Der Verband hat nun den Abstimmungskampf lanciert.
Tausende ältere Wohneigentümer aus dem Mittelstand würden unter der unfairen Besteuerung des Eigenmietwerts leiden, teilte HEV bei der Lancierung der Initiative mit. Jene hätten ihre Hypothekarschulden abbezahlt und würden für ihre Schuldenfreiheit mit hohen, ungerechten Steuern bestraft. Damit gefährde der Fiskus nicht nur die Volkswirtschaft, sondern torpediere auch eine zielführende Vorsorgepolitik und untergrabe Rechtschaffenheit und Eigenverantwortung.
Eigenmietwert
Unter dem Eigenmietwert versteht man den Mietwert einer selbst genutzten Liegenschaft oder Wohnung. Dieser Mietwert wird dem Eigentümer zum steuerbaren Einkommen hinzugerechnet, obwohl er den Ertrag nicht einnimmt. Deshalb wird der Eigenmietwert auch als fiktiv bezeichnet.
Im Gegenzug kann der Wohneigentümer Abzüge (Hypothekarzinsen, Betriebskosten u.a.) geltend machen.
«Viele Wohneigentümer arbeiten ihr ganzes Leben lang hart, damit sie im Alter schuldenfrei im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung leben können», sagte HEV-Vorstandsmitglied und CVP-Ständerätin Brigitte Häberli-Koller (TG). Damit würden diese einer urschweizerischen Tugend folgen – nämlich jener der Schuldenfreiheit. «Dass sie dafür vom Staat mit hohen Steuern bestraft werden, ist stossend und unfair.»
«Lösung für alle»
Das Konstrukt des Eigenmietwerts als fiktives Einkommen und seiner Besteuerung ist auch in den eidgenössischen Räten oft Thema gewesen. Aufgrund verschiedener Einzelinteressen sei in den letzten Jahren eine Abschaffung des Eigenmietwerts mehrmals gescheitert. So auch im Ständerat im vergangenen Dezember.
Der neue HEV-Präsident und SVP-Nationalrat Hans Egloff bezeichnet die Initiative als «massgeschneiderte Ideallösung für alle». Einerseits sorge sie dafür, dass ältere schuldenfreie Wohneigentümer nicht mit hohen Steuern bestraft würden. Andererseits können jüngere Wohneigentümer, die auf die Abzüge der Schuldzinsen angewiesen seien, nach dem heutigen System besteuert werden.
Am 23. September stimmt das Volk über die Initiative ab. Während die FDP Schweiz das Begehren ablehnt, haben die anderen grossen bürgerlichen Parteien noch keine Parole gefasst. SP, Grüne und EVP haben ein Nein beschlossen. Im Gegensatz zum Ständerat empfiehlt der Nationalrat die Initiative zur Annahme. Der Bundesrat ist dagegen.
(sda/mery; schl)







