International
Syrien: Assad mit Ansatz zur Konfliktlösung einverstanden
Der internationale Syrien-Gesandte Kofi Annan hat sich nach eigenen Angaben mit dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad auf ein Vorgehen zur Beendigung der Gewalt in dem Land verständigt.
Das Gespräch mit Assad bezeichnete Annan als «offen» und «konstruktiv». «Wir haben über die Notwendigkeit eines Endes der Gewalt diskutiert und über Wege, wie dies erreicht werden kann.»
Weiter sagte Annan, Assad sei mit einem «Ansatz» zur Lösung des Konflikts in seinem Land einverstanden. Syriens Präsident Baschar al-Assad ist nach Angaben des UN-Sondergesandten Kofi Annan mit einem «Ansatz» zur Lösung des Konflikts in seinem Land einverstanden. «Wir haben uns auf einen Ansatz geeinigt, den ich der bewaffneten Opposition mitteilen werde», sagte Annan nach dem Treffen. Weitere Details dazu wollte er zunächst nicht nennen. Wichtig sei es, einen politischen Dialog zu führen, den Assad akzeptieren könne.
Gewalt geht weiter
Vor dem Treffen war es in Damaskus zu Zusammenstössen zwischen Regierungstruppen und Rebellen gekommen. Bewohner der syrischen Hauptstadt berichteten von Gewehrfeuer und Explosionen nahe dem zentralen Abbasiden-Platz. «Schwere Explosionen haben unsere Häuser erschüttert und die Kinder erschreckt», sagte ein Anwohner, der anonym bleiben wollte.
Opposition lehnt Dialog mit Assad weiter ab
Im Streit um eine Lösung des Syrienkonflikts haben Vertreter der Opposition bei Gesprächen in Moskau einen Dialog mit dem umstrittenen Präsidenten Baschar al-Assad weiter abgelehnt. Assads Rücktritt sei Voraussetzung, dass der politische Prozess in Gang komme, sagten Regierungsgegner bei Gesprächen in Moskau. Der russische Präsident Wladimir Putin warnte derweil den Westen von einem militärischen Eingreifen im Syrien-Konflikt.
Annan war am Sonntag zu seinem dritten Besuch nach Syrien gereist. Zuvor hatte er in einem Interview mit der französischen Tageszeitung «Le Monde» ein Scheitern seiner bisherigen Bemühungen um ein Ende der Gewalt in Syrien eingeräumt.
Plan weitgehend wirkungslos
Es seien bereits grosse Anstrengungen unternommen worden, um die Krise auf «friedliche und politische Weise» beizulegen. «Offenkundig haben wir es nicht geschafft.»
Annans Sechs-Punkte-Plan für Syrien vom April, der einen Waffenstillstand der syrischen Sicherheitskräfte und der Opposition vorsieht und dann einen politischen Dialog, der zu einer Übergangsregierung führen soll, hat sich bisher als weitgehend wirkungslos erwiesen.
Assad gibt Westen Schuld an Blutvergiessen in Syrien
In einem ARD-Interview hat Syriens Staatschef Baschar al-Assad die Schuld für den Bürgerkrieg Terroristen gegeben. Lesen Sie hier mehr.
Laut Menschenrechtsaktivisten wurden seit Beginn der Proteste gegen Assad im März 2011 mehr als 17'000 Menschen getötet. Allein am Sonntag sollen landesweit fast 100 Menschen getötet worden sein.
Annan in Teheran erwartet
Nach einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Irna wird Annan noch am Abend nach seinem Besuch in Damaskus in Teheran erwartet.
Annan hatte stets dafür plädiert, den Iran an den internationalen Gesprächen für einen Ausweg aus der Syrien-Krise zu beteiligen, sich damit aber bei den westlichen Staaten nicht durchsetzen können. Er hatte angekündigt, die iranische Führung über die Ergebnisse der Syrien-Konferenz am Samstag vor einer Woche in Genf unterrichten zu wollen.
Russland liefert keine Flugzeuge an Syrien
Russland hat überraschend den Verkauf von 36 militärischen Trainingsflugzeugen vom Typ Jak-130 an Syrien gestoppt. Moskau werde keine neuen Waffen liefern, bis sich die Lage in dem Krisenland stabilisiert habe, sagte Wjatscheslaw Dsirkaln von der Behörde für militärische Zusammenarbeit mit dem Ausland auf der Luftfahrtschau im britischen Farnborough.
Der Flugzeugdeal sei in der jetzigen Situation «verfrüht». Bislang hatte Russland das Geschäft im Wert von 550 Millionen US-Dollar stets verteidigt. Es gebe kein bindendes Waffenembargo gegen Syrien.
Kein Ende der Kämpfe
Während allenthalben um diplomatische Lösungen gerungen wird, gehen die Kampfhandlungen unvermindert weiter. Dabei werden nach wie vor schwere Waffen gegen die Aufständischen eingesetzt, wie Bilder von GBRTV zeigen.
(sda/kunb; schl)







