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Schweiz

Verhängnisvolles SMS an deutsche Steuerfahnder

Sonntag, 8. Juli 2012, 17:49 Uhr

Ein SMS belastet drei deutsche Steuerfahnder im Verfahren um eine geklaute Steuer-CD offenbar mehr als bislang bekannt. Die Deutschen Fahnder sollen, so der Vorwurf der Schweizer Bundesanwaltschaft, «Gehilfenschaft» zum Datendiebstahl geleistet haben.

Bild SMS-schreibende Hand
Ein SMS bringt die deutschen Fahnder in Verlegenheit. keystone

In der Affäre um den Erwerb einer CD mit Kundendaten der Credit Suisse sind neue Details bekannt geworden, wie «Der Spiegel» in einer Vormeldung schreibt. Für 2,5 Millionen Euro hatten deutsche Behörden Anfang 2010 mehr als 1100 Datensätze von deutschen CS-Kunden erworben.

Verfahrene Situation

Bundesanwalt Michael Lauber hatte im März dieses Jahres Haftbefehle gegen deutsche Steuerfahnder erlassen. Ihnen wird Anstiftung zum Datenklau vorgeworfen. Diese ist nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland eine Straftat und wird mit bis zu drei Jahren Gefängnis geahndet.

Ein deutscher Unterhändler sprach kürzlich beim Schweizer Bundesanwalt vor, ob die Sache irgendwie zu bereinigen sei. Doch die Angelegenheit scheint verfahren: Die Schweiz ist verärgert, dass die deutsche Seite bisher nicht auf ihr Rechtshilfeersuchen von Februar 2010 geantwortet hat. Zudem hätte der Bundesrat gern das mit Berlin schon weitgehend vereinbarte Steuerabkommen unter Dach und Fach, was bislang am Widerstand der von SPD und Grünen geführten Bundesländer scheiterte.

«Gruss aus der Schweiz»

Die Auswertung eines Handys könnte den deutschen Steuerfahndern jetzt jedoch zum Verhängnis werden. Die Schweizer Behörden glauben damit belegen zu können, dass die Fahnder beim Datenlieferanten Unterlagen nachbestellt haben.

Der CD-Kauf war von einem Mittelsmann vorbereitet worden, der sich M. Weber nannte und sich bei der Wuppertaler Steuerfahndung gemeldet hatte. Er hielt Kontakt per Fax, Telefon und SMS, letztere gingen an die Handy-Nummer eines der Fahnder. «Schönen guten Morgen – Terminbekanntgabe für neues Treffen erwünscht. Wann und wo?», tippte er etwa am 3. Juni 2008 in sein Handy ein, mit «Gruss aus der CH».

(sf/rufi)