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International

Wahlen in Libyen: Liberale Allianz liegt vorne

Sonntag, 8. Juli 2012, 16:58 Uhr

Nach der Parlamentswahl in Libyen zeichnet sich ein Vorsprung für die liberale Allianz ab. Die Muslimbrüder liegen offenbar auf dem zweiten Platz. Über das endgültige Resultat will die Wahlkommission nicht spekulieren. «Wir haben 42 Jahre gewartet, da sollten wir jetzt nicht ungeduldig sein.»

Erstmals nach der Diktatur unter Muammar al-Gaddafi haben die Libyer ein demokratisches Parlament gewählt. Bei der Auszählung der Stimmen zeichnet sich ein deutlicher Vorsprung für die liberale Allianz von Mahmud Dschibril ab.

Einschätzungen von Erwin Schmid, SF-Korrespondent in Tripolis (Tagesschau, 08.07.2012).

Die Gruppierung um den ehemaligen de facto Premier habe in der Hauptstadt Tripolis und in Benghasi die meisten Stimmen erhalten, melden Wahlbeobachter. Die Muslimbruderschaft hätte den zweiten Platz belegt.

Wahlwiederholungen im Osten

Rund 60 Prozent der 2,8 Millionen registrierten Wähler hatten am Samstag ihre Stimme abgegeben. Einige Wahllokale im Osten des Landes blieben wegen Sicherheitsproblemen geschlossen. In Adschdabija wurde ein Wähler getötet.

In der Wüstenstadt Al-Kufra sowie in Benghasi werde die Wahl nachgeholt, sagte der Leiter der nationalen Wahlkommission, Nuri al-Abbar.

Libyer haben Geduld

Der neu gewählte Allgemeine Nationalkongress in Tripolis – eine Art Übergangsparlament – löst den Übergangsrat ab. Diesen hatten während der Revolution Funktionäre und Aktivisten informell gebildet. Die 200 Abgeordneten sollen eine Übergangsregierung ernennen und die Wahl eines Rates vorbereiten, der eine Verfassung für das nordafrikanische Land schreiben soll.

Bild Libyer feiern in den Strassen von Tripolis die erste freie Wahl seit 42 Jahren. (keystone)
Die erste freie Parlamentswahl nach der Diktatur hatten die Libyer zum Fest gemacht. keystone

Einen Termin für die Bekanntgabe des Endergebnisses wollte Al-Abbar nicht nennen. Dass die Resultate korrekt seien, sei für ihn wichtiger als der zeitliche Faktor. «Wir haben 42 Jahre gewartet, da sollten wir jetzt nicht allzu ungeduldig sein.»

(dpa/schubeca; stus)