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International

Syrien prahlt mit militärischer Kraft

Sonntag, 8. Juli 2012, 15:19 Uhr

Die syrische Armee hat nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Sana mit mehrtägigen Manövern begonnen. Bodentruppen, Luftwaffe und Marine sind an den militärischen Übungen beteiligt. Derweil berichtet ein ehemaliger Assad-Freund von den Gräueln des Regimes.

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Mit den Manövern soll offenbar die «Kampfbereitschaft der Armee» getestet werden. Jedoch wenden sich immer mehr vornehmlich sunnitische Offiziere vom syrischen Regime ab. So auch der ehemalige Leutnant und Fallschirmjäger Ihab Bitar, der mittlerweile in die Türkei geflohen ist.

Menschen wurden mit Panzern überrollt

Er will nach eigenen Angaben vor dem Internationalen Strafgerichtshof Zeugnis ablegen, über das, was er gesehen hat. «Was ich in den letzten Monaten erlebt habe, war so fürchterlich, eigentlich wollte ich schon vor langer Zeit desertieren, aber meine Freunde und Verwandten sagten: ‹Bleib wo Du bist, da bist Du nützlicher›.»

Die schrecklichen Erlebnisse der vergangenen Monaten hat Bitar noch nicht verarbeitet. Er erzählt: «Einmal haben Soldaten zwei Deserteure geschnappt, die sich schon vor längerer Zeit von unserer Spezialeinheit abgesetzt hatten. Sie brachten sie zum Kommandeur. Der zog seine Pistole und erschoss sie auf der Stelle.» In der Stadt Idlib und in der Ortschaft Sarakib seien Angehörige seiner Einheit mit Panzern über Menschen gefahren.

Erneut mehrere Tote, darunter auch Kinder

Unterdessen berichteten Oppositionelle, mindestens elf Menschen seien bei den jüngsten Auseinandersetzungen in Syrien ums Leben gekommen.
 
Nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter starben sechs Zivilisten im Kugelhagel, als Regierungstruppen in der Unruheprovinz Hama wahllos um sich schossen.
 
Drei weitere – darunter zwei Kinder – wurden den Angaben zufolge Opfer von Granatenangriffen in der Stadt Deir al-Sur im Osten des Landes. In einem Vorort von Damaskus wurde zudem eine Frau erschossen. In der südlichen Provinz Daraa starb ein Rebellenkämpfer bei einem Schusswechsel mit Regierungstruppen, wie die Organisation weiter berichtete.

USA warnen vor Eskalation

Derweil warnten die USA vor einer weiteren Eskalation des Konflikts. Der Führung in Damaskus bleibe nicht mehr viel Zeit, um eine Verschärfung der Kämpfe zu vermeiden, sagte Aussenministerin Hillary Clinton. Die Rebellen würden immer schlagkräftiger.

«Es werden nicht nur umso weniger Menschen sterben, je schneller die Gewalt beendet werden und ein politischer Übergangsprozess beginnen kann, sondern es besteht auch die Chance, den syrischen Staat vor einem katastrophalen Angriff zu bewahren, der nicht nur für Syrien sehr gefährlich wäre sondern auch für die ganze Region», sagte Clinton

Von Mittwoch an wird sich der UNO-Sicherheitsrat in New York erneut mit der Syrienfrage beschäftigen.

(agenturen/bers;horm)