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International

Merkel und Hollande erinnern sich an ihre Freundschaft

Sonntag, 8. Juli 2012, 13:15 Uhr, Aktualisiert 13:22 Uhr

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande haben in Reims die Feier zum 50. Jahrestag der deutsch-französischen Versöhnung eröffnet. In der Kathedrale von Reims erhielten von einem Bischof eine «Predigt».

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Merkel und Hollande treffen sich in Reims (Tagesschau, 08.07.2012).

Vor Betreten der Kirch in der nordfranzösischen Stadt schüttelten sie sich die Hände. Das Treffen zwischen Merkel und Hollande ist das erste nach dem EU-Gipfel zur Schuldenkrise Ende Juni. In dessen Vorfeld hatten sich die beiden Politiker harte Auseinandersetzungen über Lösungswege geliefert.

Hollande hatte die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft gerade in der aktuellen Euro-Schuldenkrise hervorgehoben. «Eine Freundschaft muss bewahrt werden und eine Freundschaft muss gepflegt werden», sagte er nun in Reims.

Reims als Symbol der Versöhnung

Die deutsch-französische Freundschaft beflügle Europa, sagte er. Sie könne helfen, die aktuellen Herausforderungen wie die Verteidigung der Gemeinschaftswährung oder in der Energiepolitik zu bestehen. «Wir sind in einer Bewährungsprobe in Europa», sagte Hollande. Diese werde nicht die letzte sein.

Konrad Adenauer vor der Kathedrale von Reims.

In der Kathedrale von Reims hatten am 8. Juli 1962 Konrad Adenauer und Charles de Gaulle gemeinsam eine «Versöhnungsmesse» nach den Leiden zweier Weltkriege gefeiert. Die Begegnung der beiden Staatsmänner mündete wenige Monate später in den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag, der bis heute den Rahmen für eine enge Zusammenarbeit bildet. Mehr dazu hier.

Seine Kollegin Angela Merkel strich ebenfalls die Bedeutung der Partnerschaft hervor: «Wenn wir einig sind, können wir alle Herausforderungen  bewältigen, zum Wohle beider Völker, zum Wohle Europas».

Bischof warnt Merkel und Hollande

Der Erzbischof von Reims hat bei der Gedenkfeier Merkel und Hollande vor einem zu leichtfertigen Umgang mit dem Erbe ihrer Vorgänger gewarnt. «Die Herausforderung, die uns jetzt bevorsteht, betrifft nicht nur Frankreich und Deutschland, sondern auch Europa und die Rolle Europas in der Gemeinschaft der Nationen», sagte Thierry Jordan. «Diese Herausforderung neuer Art ist nicht leichter anzunehmen als die erste.»

Jordan wünschte Merkel und Hollande viel Erfolg für die anstehenden Aufgaben. Er hoffe, dass der Besuch in der Kathedrale ihnen die nötige innere Kraft für die anstehenden Aufgaben verleihe, sagte er.

Grabschändung

Überschattet wurde die Gedenkfeier von der Schändung eines deutschen Soldatenfriedhofs im bei Reims gelegenen Saint-Etienne-à-Arnes. Nach Angaben des Innenministeriums in Paris wurden dort etwa 40 Holzkreuze umgeworfen oder herausgerissen. Einige wurden für ein Lagerfeuer benutzt, erklärte die Präfektur des Départements Ardennes. Von den Tätern fehlte jede Spur. Mehr dazu hier.

(sda/dpa/frua; buet)