Inhalt

Vermischtes

Stabile Hochwasserlage in Bern

Freitag, 6. Juli 2012, 8:14 Uhr, Aktualisiert 14:40 Uhr

Die Gewitter und teils heftige Niederschläge in der Nacht auf Freitag haben in vielen Teilen der Schweiz Probleme verursacht. Im Verlaufe des Tages hat sich die Wettersituation jedoch vielerorts etwas beruhigt. Vor allem die Hochwasserlage in Bern stabilisierte sich weiter.

In der Stadt Bern wird derzeit mit 320 Kubikmetern pro Sekunde ein erhöhter Wasserabfluss in der Aare gemessen. Bis etwa 430 Kubikmeter pro Sekunde verursache die Aare in Bern erfahrungsgemäss wenig Probleme, sagte Bernhard Schudel, Leiter der Abteilung Gewässerregulierung beim bernischen Amt für Wasser und Abfall.

Pegel der Seen gesunken

Sowohl im Brienzer- wie auch im Thunersee sind die Pegelstände ausserdem weiter abgesenkt worden. «Seit Dienstag ist der Brienzersee um 30 Zentimeter gesunken», sagte Schudel. Das sei gut, weil der Wasserspiegel immer noch über den durchschnittlichen Juli-Werten liege.

Mit Hilfe des Hochwasser-Entlastungsstollens in Thun sei auch der Thunersee inzwischen auf einen eher unterdurchschnittlichen Wasserstand gesenkt worden. Damit könnte der Thunersee weitere Regenfälle besser aufnehmen.

Unwetterfront zog über die Schweiz. (Tagesschau, 06.07.2012, 12.45)

Bernhard Schudel machte jedoch darauf aufmerksam, dass die Böden derzeit wassergesättigt seien. Das heisst, dass erneuter Regen schnell abfliessen und nur wenig versickern würde.

Das bestätigte auch das Bundesamt für Umwelt (Bafu). Zusätzlich würden die anhaltende Schnee- und Gletscherschmelze zu hohen Abflüssen und Pegelständen führen. Für die nächsten Tage soll das Wetter wechselhaft bleiben. Die Niederschlagsmengen und damit das Hochwasserrisiko würden sich jedoch verringern.

Rhein führt Hochwasser

Im Kanton Basel-Land gingen bei der Polizei bis am Vormittag rund 60 Notrufe ein, wie die Polizei mitteilte. Nachts betrafen die Notrufe vor allem überschwemmte Räume und vereinzelt auch umgestürzte Bäume. Betroffen war in erster Linie das Oberbaselbiet.
 
Nach den heftigen Regenfällen führen zahlreiche Flüsse Hochwasser, darunter auch der Rhein. So stand der für die Schifffahrt massgebliche Pegel Basel-Rheinhalle am Morgen bei 705 Zentimetern – also über der Hochwassermarke von 700 Zentimetern. Er lag aber deutlich unter dem Wert, bei dem die Schifffahrt gesperrt werden müsste, und dürfte diesen nach derzeitigen Prognosen der Behörden auch nicht erreichen.

Schicken Sie uns ihre Bilder

Heftige Unwetter ziehen seit Tagen über die Schweiz. Haben Sie Aufnahmen davon? Bitte schicken Sie uns Ihre Bilder und Videos an augenzeuge@sf.tv!

Auch in der Ostschweiz gingen seit Donnerstagabend heftige Regenfälle nieder. Die bis zu 60 Liter Wasser pro Quadratmeter haben im Appenzeller Mittelland zu Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen geführt, wie die Ausserrhoder Kantonspolizei mitteilte. Verletzt wurde niemand.

Zwischen 19 und 20 Uhr gingen bei der kantonalen Notrufzentrale rund 20 Meldungen ein, wonach Keller überflutet worden waren oder Wasser in Gebäude eingedrungen war. Am ärgsten betroffen waren die Gemeinden Trogen, Bühler und Gais.

Im Gebiet Strahlholz in der Gemeinde Bühler wurde ein abgestelltes Auto von den Wassermassen in den Rotbach gerissen. Das Wrack konnte mehrere hundert Meter bachabwärts mit einem Kran geborgen werden.

Wetterextreme häufen sich

Regen und Hagel haben in den vergangenen Tagen auf der Alpennordseite Millionenschäden angerichtet. Der Berner Klimaforscher Stocker geht davon aus, dass solche Wetterextreme in Zukunft häufiger werden. «Vor allem im Sommer dürfte das Hagelrisiko steigen.» Lesen Sie hier mehr.

(agenturen/zinv; schl)