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Hochwasser-Alarm in Bern: Gefahr vorerst gebannt

Donnerstag, 5. Juli 2012, 7:39 Uhr, Aktualisiert 14:11 Uhr

Nach dem plötzlichen Anschwellen der Aare durch einen Nebenfluss ist in der Stadt Bern die Gefahr vor einem Hochwasser wieder gesunken. Man sei mit einem «blauen Auge» davongekommen, sagte der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause. Der Aarepegel bleibt aber hoch.

Am Mittwochabend um 20.15 wurde in der Stadt Bern wegen Hochwassers nach einem starken Gewitter im Eriz ob Steffisburg ein Alarm ausgelöst. Die Bevölkerung in den betroffenen Quartieren sei zudem gegen 18 Uhr per SMS alarmiert worden, teilte die Berufsfeuerwehr Bern mit.

Der Pegel der Aare ist gefährlich angestiegen. (Tagesschau, 05.07.2012, 12.45)

Aareufer soll weiterhin gemieden werden

Die Aare führte um 20 Uhr rund 415 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. An einigen Stellen trat am Mittwochabend der Fluss über die Ufer. Bei den verheerenden Hochwassern von 1999 und 2005 hatte die Aare allerdings um die 600 Kubikmeter pro Sekunde geführt.

Laut dem Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause sind bis am späten Mittwochabend keine Schadensmeldungen eingegangen. Die Stadt Bern sei wohl mit einem blauen Auge davongekommen. Bis um 22 Uhr ist der Pegelstand der Aare unter den Alarmwert von 400 Kubikmeter pro Sekunde gesunken. Trotz dieser leichten Entspannung hält die Stadt ihr Alarmdispositiv weiter aufrecht. Bewohner werden angehalten, dem Aareufer fernzubleiben und Fahrzeuge in Sicherheit zu bringen.

Auch viel Arbeit für die Feuerwehr im Rheintal

Das heftige Gewitter vom Mittwochabend hat auch im St. Galler Rheintal vielerorts zu überfluteten Kellern und Garagen geführt. Die Feuerwehren leisteten 80 Einsätze. Stark betroffen waren St. Margrethen, Montlingen und Oberriet.

Auch im Toggenburg kam es zu Problemen. Die Schwägalpstrasse zwischen Rietbad und Seebensäge wurde überflutet und musste bis 21 Uhr gesperrt werden.

Gewitter im Eriz als Auslöser

Nach heftigen Regenfällen im Eriz führte die Zulg am späten Mittwochnachmittag viel Wasser und enorme Mengen an Schwemmholz. Augenzeugen in Steffisburg berichteten von einer regelrechten Flutwelle. Brücken über die Zulg wurden gesperrt. Von der Zulg gelang das Schwemmholz mit dem Hochwasser in die Aare.

Dieses Holz stellte in Bern ein Problem dar. Am Abend war im Mattequartier unmittelbar an der Aare ein riesiger Kran damit beschäftigt, Schwemmholz aus dem Fluss zu ziehen. Damit sollte verhindert werden, dass die Schwelle in Bern verstopft. In den Quartieren Marzili, Dalmazi, Altenberg und Felsenau wurden Hochwassersperren aufgebaut.

Aare bleibt hoch

Ziel des kantonalen Amtes für Wasser und Abfall bleibt, die Pegelstände von Brienzer- und Thunersee zu reduzieren. Deshalb werde die Aare auch in den nächsten Tagen viel Wasser führen, schreibt die Berufsfeuerwehr Bern. Und weil die Wetterprognosen weiterhin unstabil sind und mit weiteren starken Regenfällen gerechnet werden muss, bleibt das Sicherheitsdispositiv mit den Hochwassersperren vorerst bestehen.

(drs/bers;maiu)