Schweiz
Legale Pyros für Schweizer Stadien geprüft
Die Stadt Zürich und die Fussballclubs GC und FCZ suchen nach einer Möglichkeit, gewisse pyrotechnische Artikel in den Stadien zuzulassen. Ein ähnliches Modell hat Österreich 2010 eingeführt. Der Gross-Club SK Rapid Wien sagt in der «Rundschau», das Modell funktioniere nicht.
Um Pyros im Stadion abbrennen zu lassen, können sich österreichische Fussballfans seit 2010 um eine Ausnahmebewilligung bemühen. Dazu müssen sie gewisse Sicherheitsauflagen erfüllen. Das Innenministerium in Wien, welches das neue Gesetz mitgestaltet hat, bezeichnet es als Erfolg. Die Zahl der Zwischenfälle und Verletzten sei zurückgegangen.
Allerdings: Die radikalsten Fans, die Ultras, schmuggeln in Österreich trotz den Ausnahmebewilligungen weiterhin auch illegale Pyros in die Stadien. So war es zum Beispiel 2011 zu schweren Ausschreitungen im Wiener Hanappi-Stadion gekommen, bei denen sich eine veritable Pyro-Schlacht entwickelte. Eine Polizistin wurde durch eine Fackel verletzt.
«Es hat nicht funktioniert»
Beim SK Rapid Wien, einem der grössten Fussballclubs des Landes gibt es seit längerem keine Ausnahmebewilligungen mehr, wie der Leiter Klubservice und Fanbetreuer Andy Marek bestätigt: «Vor rund einem halben Jahr war das Thema erledigt. Die Fans sagten: In dieser Art und Weise kann das für uns kein Thema sein».
Die Erfahrungen in Österreich zeigen, dass sich gewisse Fangruppen nicht auf Vorgaben zum Pyro-Gebrauch einlassen: «Wer eine Ausnahmebewilligung will, muss den Namen bekannt geben. Es wird vorgegeben, wann er den Bengalen zünden darf und wo er ihn zünden darf. Ist er einen Meter aus der Norm, wird er schon bestraft. Es war mir relativ schnell bewusst, dass das nicht funktionieren wird, und es hat auch nicht funktioniert», sagt Marek.
Verletzter Polizist
Der andere Wiener Club, Austria Wien, hält an den Ausnahmebewilligungen fest. Allerdings halten sich die Fans auch dort nicht immer an die Vorgaben zum Pyro-Gebrauch, wie «Rundschau»-Recherchen zeigen.
In Salzburg griff zudem anfangs April ein Fan einen Polizisten auf Kopfhöhe mit einer Fackel an. Der Polizist erlitt schwere Brandverletzungen.
Kontroverse in der Schweiz
Hans-Jürg Käser, Präsident der Konferenz der Justiz- und Polizeidirektoren, erwartet ähnliche Probleme bei einer Feuerwerk-Legalisierung in der Schweiz: «Leute, die Pyros zünden wollen, brauchen den Kick. Sie wollen nicht auf Kommando – wenn möglich eines Polizisten – auf einem Podest stehend ein Pyro zünden. Pyros sind hoch gefährlich, und wir müssen dafür sorgen, dass wir die Pyros aus den Stadien raus bekommen», sagt er in der «Rundschau».
FCZ-Präsident Ancillo Canepa hält an der Idee fest: «Dass es gewisse Feuerwerke gibt, die ungefährlich sind, wissen wir alle. Ich denke, wenn wir die Leute motivieren können, diese Art von Feuerwerken zu verwenden, sind wir alle Winner.»
(sf/hurg; kunb)



