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International

UNO warnt vor grosser Not im Südsudan

Donnerstag, 5. Juli 2012, 20:42 Uhr

Vor dem ersten Jahrestag der Unabhängigkeit des Südsudan verweisen UNO und Hilfsorganisationen auf die wachsende Not im jüngsten Staat Afrikas. Ohne Hilfe erscheint die Lage aussichtslos.

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Der Südsudan steht nach einem Jahr Unabhängigkeit wegen einer Wirtschaftskrise und des Konflikts mit dem Nachbarland Sudan vor enormen Problemen. Darauf haben die Vereinten Nationen (UNO) sowie mehrere internationale Hilfsorganisationen hingewiesen.

«Das letzte Jahr war ein sehr schweres», betonte die UNO-Sonderentsandte für Somalia, Hilde Johnson, in Nairobi. Sie forderte rasch Massnahmen, um das Land zu stabilisieren.

Der ölreiche Südsudan exportiert derzeit kein Öl, weil das Land mit dem Nachbarn Sudan wegen der Nutzung der Öl-Leitungen streitet. Damit ist für die Regierung in Juba die wichtigste Einnahmequelle versiegt.

Trotz der Krise habe der Südsudan erfreulicherweise innere Stabilität bewahrt, betonte Johnson.

Rund fünf Millionen Menschen von Hunger bedroht

Die Hilfsorganisation Oxfam warnte, dass der Südsudan vor dem «wirtschaftlichen Zusammenbruch» und der «schlimmsten humanitären Krise seit dem Ende des Krieges 2005» stehe.

Angesichts der dramatischen Etatverluste des Staates seien dringend notwendige Infrastrukturmassnahmen wie der Bau von Strassen, Schulen und Kliniken gestoppt worden. Die Hälfte der rund zehn Millionen Einwohner sei von Hunger bedroht.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verwies auf die bedrohlich wachsende Not der etwa 30'000 Menschen im Flüchtlingslager Jaman im Südsudan.

Nach Angaben der Organisation sterben täglich neun Kinder. Das seien doppelt so viel wie in vergleichbaren Lagern.

Hochwasser verschlimmere die Lage: Das Trinkwasser sei kontaminiert, Teile der Lager überflutet, so auch die Latrinen. Das führe zu weiteren Verunreinigungen des Wassers. Immer mehr Menschen erkrankten, berichtet die Organisation.

Auch die Zahl der Malariafälle nehme zu. Insgesamt sind etwa 120'000 Menschen im Südsudan seit Ende 2011 vor den Kämpfen im Grenzgebiet zum Sudan geflohen.

(sda/hurg)