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International

Tausende Malier fordern Befreiung des Nordens ihres Landes

Donnerstag, 5. Juli 2012, 6:42 Uhr

Mit einem Sitzstreik in der Hauptstadt Bamako haben am Mittwoch rund 2000 Malier vorwiegend aus dem Norden gegen die Machtergreifung bewaffneter Islamisten in ihrer Heimatregion protestiert.

Die Einwohner des Nordens, darunter auch viele Tuareg-Nomaden, lehnten die Abspaltung des Gebiets ab, sagte der Tuareg-Abgeordnete Nock Ag Attia. Ein Vertreter der nordmalischen Jugendbewegung forderte Waffen, um seine Heimat «befreien» zu können.

Bild Malier demonstrieren für die Befreiung des Nordens.
Demonstration in Malis Hauptstadt Bamako gegen bewaffnete Islamisten im Land. keystone

Nach einem Militärputsch in dem westafrikanischen Staat vor mehr als drei Monaten hatten die zunächst verbündeten Radikalislamisten der Gruppe Ansar Dine und Tuareg-Rebellen den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht.

Die Allianz zwischen ihnen zerbrach jedoch, inzwischen hat Ansar Dine gemeinsam mit dem Al-Kaida-Zweig im Maghreb (AQMI) das Sagen in dem riesigen Gebiet. Sie wollen der Region ihre kompromisslose Form des Islamismus aufzwingen. Für weltweite Empörung sorgte in den vergangenen Tagen ihr Zerstörungsfeldzug in den Kulturstätten der Wüstenstadt Timbuktu.

Das Parlament in Mali hat sich angesichts der unruhigen Lage im Norden des Landes für einen Militäreinsatz ausgesprochen. In einer Erklärung forderte die Nationalversammlung in Bamako am Mittwochabend die «Wiederherstellung der territorialen Integrität» und rief das «gesamte malische Volk zum Widerstand gegen die Besatzung» auf.

UNO-Sicherheitsrat berät über Resolution

Laut Diplomaten will der UNO-Sicherheitsrat heute über eine Resolution zu Mali abstimmen. Demnach enthält der Resolutionsentwurf jedoch erneut kein UNO-Mandat für eine Militärintervention, wie dies von der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) gefordert wird.

Den Diplomaten zufolge sind dem Rat die Pläne für die Intervention noch immer zu unklar. Zudem lehnt die malische Übergangsregierung die Stationierung von Truppen weiter ab. In der Resolution warne der UNO-Sicherheitsrat die Islamisten jedoch, dass die Zerstörung des kulturellen und religiösen Erbes in Timbuktu vom Internationalen Strafgerichtshof geahndet werden könnte.

Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius kritisierte eine Zunahme von Gewalttaten im Norden Malis und sprach sich für die Annahme einer UNO-Resolution zur Entsendung von Truppen aus. Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton sicherte der malischen Bevölkerung die Unterstützung der EU bei der Durchsetzung der Autorität «einer legitimen und verantwortungsvollen Regierung» über das ganze Land zu.

(sda/kunb)