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International

Polizei ermittelt zum «Bloody Sunday»

Donnerstag, 5. Juli 2012, 23:35 Uhr

Mehr als 40 Jahre nach dem «Bloody Sunday» will die nordirische Polizei das Blutbad an katholischen Demonstranten untersuchen. Die Ermittlungen könnten Jahre dauern und Dutzende Beamte beschäftigen.

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40 Jahre nach dem «Bloody Sunday» hat die nordirische Polizei Ermittlungen zu einem der schlimmsten Kapitel des Nordirland-Konflikts angekündigt. Die Untersuchungen zu dem Blutbad an katholischen Demonstranten könnten bis zu vier Jahre in Anspruch nehmen, hiess es von den Behörden. Bis zu 40 Beamte sollen abgestellt werden.

Britische Fallschirmjäger hatten am 30. Januar 1972 im nordirischen Londonderry auf Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration gegen die Internierungspolitik der britischen Regierung geschossen. 13 Menschen starben, ein weiterer erlag Monate später seinen Verletzungen.

Teuerste Untersuchung der britischen Geschichte

Die Ankündigung, wegen der Ereignisse am «Bloody Sunday» zu ermitteln, erfolgt zwei Jahre nach der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichtes. Dieser war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Soldaten das Feuer auf die Menge eröffnet und nicht, wie ursprünglich behauptet, erwidert hatten.

Demnach waren die getöteten und verletzten Demonstranten nicht bewaffnet gewesen. Der britische Premier David Cameron hatte sich bei der Vorstellung des Berichts für das Vorgehen der Polizei entschuldigt.

Die Untersuchung hatte zwölf Jahre in Anspruch genommen und umgerechnet 285 Millionen Franken gekostet - es war die längste und teuerste Untersuchung in der britischen Geschichte. Insgesamt hatte die Kommission 900 Zeugen befragt und Aussagen von 2500 Menschen gesammelt. Der Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland endete 1998 mit einem Friedensabkommen. 3500 Menschen wurden während des Konflikts getötet. 

(sda/krua; fref)