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Vermischtes

Leichtes Aufatmen nach Hochwasser-Alarm in Bern

Mittwoch, 4. Juli 2012, 19:05 Uhr, Aktualisiert 05.07.2012, 5:07 Uhr

In der Stadt Bern ist nach heftigen Niederschlägen im Berner Oberland Hochwasser-Alarm ausgelöst worden. Die Feuerwehr sperrte die tiefer gelegenen Quartiere der Stadt ab und baute Hochwassersperren auf.

«Wenn es jetzt nicht plötzlich irgendwo heftig regnet, dann muss man nicht mehr mit einer Verschärfung der Situation rechnen», sagte Franz Märki, Sprecher der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern kurz vor 22 Uhr.

Schleuse voll geöffnet

Im Verlaufe des Abends hatte sich die Situation etwas entschärft, berichtete der Berner SF-Korrespondent Christof Schneider in der Sendung «10vor10». Der Pegel sei etwa 2 Zentimeter zurückgegangen.

Laut dem Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause wird die Feuerwehr ihr Dispositiv die ganze Nacht hinweg aufrecht halten. Die Schleuse sei voll offen, und das Problem mit dem Schwemmholz sei rechtzeitig in den Griff bekommen worden.

Sirenenalarm

Um 20.15 Uhr war wegen des Hochwassers ein Sirenen-Alarm ausgelöst worden. In den tiefer gelegenen Quartieren der Stadt Bern, insbesondere im Mattequartier, waren Feuerwehr und Zivilschutz mit einem Grossaufgebot im Einsatz. Dort drohte das viele Schwemmholz die Aare-Schwelle zu verstopfen. Die Einsatzkräfte brachten einen Pneukran vor Ort, um der Verstopfungsgefahr zu begegnen.

Laut Christof Schneider, SF-Korrespondent in Bern, wiesen Polizei und Feuerwehr die Bewohner über Lautsprecher auf den Hochwasser-Alarm hin. Sie forderten die Bevölkerung auf, wegen des drohenden Hochwassers ihre Autos aus der Gefahrenzone zu bringen und exponierte Keller zu räumen. Um 18 Uhr waren die Anwohner von der Stadt bereits per SMS gewarnt worden.

Weniger Wasser als 2005

Laut Märki führte die Aare bis zu 450 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. In den letzten Tagen waren es 330 rund Kubikmeter, dabei war das Flussbett bereits fast voll gewesen. Bei den verheerenden Hochwassern von 1999 und 2005 hatte die Aare allerdings um die 600 Kubikmeter pro Sekunde geführt.

Bild Karte mit der Lage der Zulg und Steffisburg.
Das Hochwasser und das Schwemmholz stammt aus der Zulg, einem Nebenfluss der Aare. sf

Ein starkes Gewitter im Berner Oberland hatte dazu geführt, dass die Zulg bei Steffisburg plötzlich sehr viel Wasser und grosse Mengen Schwemmholz mitführte. Weil die Zulg plötzlich Hochwasser geführt und eine Messstation mitgerissen habe, sei das kantonale Amt für Wasser und Abfall relativ spät informiert worden, erklärte Merki. Damit nicht noch zusätzliche Wassermassen auf die Bundesstadt zukommen, hat das Amt den Hochwasserentlastungsstollen in Thun geschlossen.

Überschwemmungen im Raum Steffisburg

Die ersten grösseren Gewitter gab es am Mittwochnachmittag um 15 Uhr im Simmental. Laut «SF Meteo» zogen diese weiter Richtung Emmental, Napf und bis zum Sempachersee, wo sie stellenweise Schäden verursachten. In Eggiwil im Emmental gingen in kürzester Zeit fast 20 Millimeter Regen nieder.

Im Raum Steffisburg kam es zu Überschwemmungen. Wegen Erdrutschen und Hochwasser mussten der Jaunpass und der Schallenberg gesperrt werden. Von der Schwägalp wurden Sturmschäden gemeldet.

(sda/coro/buet;hurg)