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Vermischtes

Jugendliche unter den Todesopfern am Lagginhorn

Mittwoch, 4. Juli 2012, 11:28 Uhr, Aktualisiert 13:47 Uhr

Unter den fünf Bergsteigern, die am Dienstag am Lagginhorn ums Leben gekommen sind, befinden sich die beiden Kinder des überlebenden Mannes, die 14jährige Tochter und sein 19jähriger Sohn. Alle Opfer sind deutsche Staatsangehörige.

Nach Angaben der Walliser Kantonspolizei sind ausserdem ein 43jähriger Mann mit seinem 16jährigen Sohn und ein 20jähriger Kollege der Jugendlichen ums Leben gekommen. «Gemäss ersten Erkenntnissen waren die Bergsteiger zum Unfallzeitpunkt nicht angeseilt», sagte Polizeisprecher Renato Kalbermatten. Zuvor hatte es Vermutungen gegeben, dass die Gruppe angeseilt war.

Die Bergsteiger waren nicht angeseilt unterwegs, «Tagesschau», 4. 7.

Der Polizeisprecher erläuterte zugleich, dass sich das Unglück am Dienstag gegen 13 Uhr kurz unterhalb des 4010 Meter hohen Lagginhorngipfels ereignete. «Die genaue Unfallursache wird zur Zeit noch abgeklärt», sagte Kalbermatten. Dass die Unglücksgruppe Berichten zufolge aus Berlin kam, bestätigte er zunächst nicht.

An vereister Stelle ausgerutscht?

Die Bergsteigergruppe hatte in der Nacht auf Dienstag in der Weissmies-Hütte übernachtet. Gemäss Hüttenwart Arthur Anthamatten könnten sie unterhalb des Lagginhorn-Gipfels auf einer vereisten Stelle ausgerutscht sein. Zuvor habe es bis auf eine Höhe von 3500 Metern geregnet, darüber fiel ein wenig Schnee. «Möglicherweise sind sie auf Eis ausgerutscht, das sie unter dem Neuschnee nicht erkennen konnten», vermutete Anthamatten.

Die Bergsteiger haben gegenüber dem Hüttenwarte offenbar erklärt, sie hätten bereits früher einige Bergtouren in der Schweiz unternommen. Anthamatten sagte, er sei entsetzt, dass es an einer relativ leichten Stelle zu einem so schweren Bergunglück kommen konnte.

«Wenig schwierige Route»

Der gewöhnlich gewählte Weg über den Westsüdwestgrat auf das 4010 Meter hohe Lagginhorn gilt gemäss der Internationalen Union der Alpinismusvereinigungen (UIAA)t gilt als «wenig schwierig».

Der grösste Teil des Weges kann gegangen werden, die wenigen Kletterstellen über steile Hänge seien übersichtlich und problemlos. Veranstalter bieten «leichte Touren» auf das Lagginhorn auch für «Berg-Einsteiger» an, die ihren ersten Viertausender besteigen wollen.

Dennoch hat es am Lagginhorn schon früher schwere Unglücke gegeben: 2009 starben bei schlechtem Wetter zwei Italiener. Im Jahr 2000 stürzte ein Deutscher beim Abstieg aus ungeklärten Gründen in 3900 Metern Höhe in den Tod.

(agenturen/meru)