Vermischtes
Grosse Sonne ganz klein
Die Tage sind zurzeit lang und die Temperaturen hoch, dennoch hat die Erde am Donnerstagmorgen in der Früh den sonnenfernsten Punkt ihrer jährlichen Umlaufbahn erreicht.
Die Distanz der Erde zur Sonne beträgt am Donnerstagmorgen um 06.04 Uhr rund 152,1 Millionen Kilometer. Danach nähert sich die Erde wieder der Sonne, bis sie am 2. Januar – mitten in unserem Winter – den sonnennächsten Punkt erreicht. Dann beträgt die Entfernung «nur noch» etwa 147,1 Millionen Kilometer.
Umlaufbahn ist eine Ellipse
Um einmal die Sonne zu umrunden braucht die Erde ziemlich genau 365 ¼ Tage oder einfacher ausgedrückt ein Jahr. Allerdings entspricht ihre Umlaufbahn nicht einem Kreis, sondern einer Ellipse. Dabei entfernt sich die Erde im Nordsommer von der Sonne und erreicht jeweils am 4. oder 5. Juli den sonnenfernsten Punkt.
Mitten in unserem Winter, gleichzeitig aber im Hochsommer auf der Südhalbkugel, erreicht die Erde den Perihel, den sonnennächsten Punkt. Dies ist im kommenden Jahr am 2. Januar um 06.25 Uhr der Fall mit einem Abstand von rund 147,1 Millionen Kilometer.
Temperatureinfluss vernachlässigbar
Auf die Temperatur hat die Distanz zwischen Erde und Sonne nur marginalen Einfluss. Die Sonne sendet von ihrer Oberfläche Photonen aus, die auf ihrem Weg zur Erde nichts an Energie verlieren. Mit zunehmender Distanz zur Sonne wird einzig die Dichte der Photonen geringer. Entsprechend gibt es auf der Erde eine Energieschwankung in der Grössenordnung von 3 bis 4 Prozent. Dieser Unterschied ist aber sehr klein im Vergleich zu anderen Faktoren.
Viel bedeutender ist, dass die Sonne derzeit hoch über dem Horizont steht und damit die Strahlung viel steiler auf die Erdoberfläche trifft als im Winter. Entsprechend kann sich die Oberfläche im Sommer viel stärker erwärmen als im Winter. Noch stärker ist aber der Einfluss des Wetters auf die Temperaturen, wie es die letzten Tagen wieder eindrücklich gezeigt haben.
Die elliptische Form der Erdumlaufbahn macht sich im Übrigen auch auf die Dauer der Jahreszeiten bemerkbar. Gemäss dem zweiten Keplerschen Gesetz bewegt sich die Erde langsamer, je weiter sie sich von der Sonne entfernt. Und so ist der Sommer auf der Nordhalbkugel die längste Jahreszeit, rund 5 Tage länger als der Winter.
Die Sonne wird wieder «grösser»
Momentan ist die Sonne mit einem Durchmesser von 31’28’’ (0 Grad, 31 Minuten und 28 Sekunden) sichtbar. Damit kommt uns die Sonne rund 7 Prozent kleiner vor als im Winter zum Zeitpunkt der minimalen Entfernung, wo der scheinbare Durchmesser 32’32’’ beträgt.
Entsprechend ist das Sonnenlicht zurzeit auch länger unterwegs. Von der Sonne zur Erde braucht es momentan rund 8 1/2 Minuten, satte 17 Sekunden mehr im Vergleich zur Situation im Perihel im Januar.







