Inhalt

Kultur

Ruth Klüger eröffnet Bachmann-Wettbewerb

Mittwoch, 4. Juli 2012, 16:20 Uhr

Die Schriftstellerin Ruth Klüger eröffnet am Mittwochabend den Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt. Klüger, die heute in Kalifornien und in Göttingen wohnt, stellt ihre Rede unter den Titel «Der haltbare Satz im Bimbam der Worte».

Bild Ruth Klüger im Jahr 2005.
Die Schriftstellerin Ruth Klüger wird mit einer Rede über Ingeborg Bachmann den Wettbewerb eröffnen. keystone

Das Publikum sieht zu, wenn beim Bachmann-Wettbewerb literarische Karrieren angetrieben oder vernichtet werden: Beim Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt steht von Mittwoch an bis Sonntag die Literatur im Rampenlicht.

Vor Publikum und einer achtköpfigen Jury stellen 14 deutschsprachige Autoren ihre Texte vor.

Die «Klagenfurter Rede zur Literatur» zur Eröffnung am Mittwochabend im ORF-Theater hält die Schriftstellerin und KZ-Überlebende Ruth Klüger. 

Die Preise des renommierten Wettbewerbs werden am Sonntag vergeben.

Ruth Klüger, die in Wien geboren wurde, mehrere Konzentrationslager der Nationalsozialisten überlebte und nach langer Zeit in den USA nun in Kalifornien und in Göttingen lebt, stellt ihre Rede unter den Titel «Der haltbare Satz».

Es soll, so heisst es auf der Internetseite des Bachmannpreises, auch eine Aufforderung sein, sich «über Wirklichkeit, Wahrheit, Literatur und Kitsch Gedanken zu machen».

4 Schweizer Kandidaten

Das Los bestimmt die Reihenfolge, in der die Autoren ab Donnerstag antreten. Ihre bis dahin unveröffentlichten Texte werden unmittelbar nach den Lesungen von der Jury debattiert.

Von Donnerstag bis Samstag lesen 14 Kandidaten, darunter vier aus der Schweiz, vor einer siebenköpfigen Jury und Publikum aus unveröffentlichten Texten. Die Aargauerin Mirjam Richner ist mit Jahrgang 1988 das Küken im Wettbewerb.

Die übrigen drei Anwärter aus der Schweiz haben bereits ein Buch veröffentlicht: Von Hugo Ramnek erschien 2010 «Der letzte Badegast», von Simon Froehling im selben Jahr der Roman «Lange Nächte Tag» und von Matthias Nawrat eben erst «Wir zwei allein».

Der Preis ist nach der österreichischen Dichterin Ingeborg Bachmann (1926-1973) benannt, die in Klagenfurt geboren wurde. Er wird seit 1977 vergeben. Neben dem Hauptpreis, der mit 25 000 Euro dotiert ist und von der Stadt Klagenfurt finanziert wird, vergibt die Jury noch vier weitere Preise im Gesamtwert von 29 500 Euro.

Nicht nur wegen der Dotierung gilt der Preis als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschen Sprachraum. Auch die Form der Präsentation in öffentlichen Lesungen, die Fernsehübertragung und die Diskussionen mit oft hitzigen und kontroversen Debatten bescheren dem Literatur-Wettbewerb Aufmerksamkeit und Renommee.

(dpa/sda/hurg;mihm)