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Palästinenser wollen Arafats Leiche exhumieren
Seit Jahren kursieren Gerüchte, der frühere Palästinenser-Führer Arafat sei 2004 nicht eines natürlichen Todes gestorben. Ein Labor in Lausanne hat nun in persönlichen Gegenständen Arafats Spuren von radioaktivem Polonium nachgewiesen. Seine Witwe und die Palästinenserführung wollen Klarheit und machen den Weg frei für eine Exhumierung.
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Fast acht Jahre nach dem Tod des früheren Palästinenser-Führers Jassir Arafat sorgt ein Fernsehbericht für Aufsehen. In einer Dokumentation des arabischen Nachrichtensenders al-Dschasira kommen Schweizer Strahlenphysiker zu Wort, die nach eigenen Angaben auf persönlichen Gegenständen Arafats Spuren von radioaktivem Polonium nachgewiesen haben – jene Substanz, mit der 2006 der frühere russische Regierungskritiker Alexander Litwinenko vergiftet wurde.
Nach Angaben des Instituts für Strahlenphysik in Lausanne wurden auf den Gegenständen «überraschend» hohe Mengen von Polonium-210 festgestellt. Ob Arafat vergiftet wurde, liesse sich daraus aber nicht ableiten, sagte ein Sprecher in dem Fernsehbericht. Klarheit könne nur eine Untersuchung der sterblichen Überreste bringen.
Arafat-Witwe und Palästinenser für Exhumierung
Suha Arafat, die Witwe des Palästinenserführers, will nun die Exhumierung ihres verstorbenen Mannes beantragen. Vor dem Hintergrund der neuen Erkenntnisse sei die Störung der Totenruhe, die im Islam normalerweise verboten ist, wahrscheinlich gerechtfertigt, sagte sie in dem Beitrag. Sie hoffe auf eine entsprechende «Fatwa», ein islamisches Rechtsgutachten.
Die Palästinenserführung hat ihrerseits keine Einwände gegen eine Exhumierung zu. Ein Sprecher der Behörde sagte, man wolle den Weg für eine Untersuchung freimachen.
Arafat war 2004 in Frankreich gestorben. Schon kurz nach seinem Tod waren die ersten Gerüchte und Verschwörungstheorien aufgetaucht, der populäre Palästinenserpolitiker sei nicht eines natürlichen Todes gestorben. Verdächtigt wurde etwa der israelische Geheimdienst Mossad.

Arafats politisches Leben
Der frühere Palästinenserführer Jassir Arafat wurde 1929 geboren - vermutlich in Kairo, er selbst gab zeit seines Lebens Jerusalem als Geburtsort an. Arafats Leben war geprägt vom Kampf für einen Palästinenserstaat. Wichtige Stationen zum Nachlesen. Mehr.
Die Gerüchtekürche wurde auch dadurch angeheizt, dass es keine eindeutige, offizielle Todesursache gab. Die «New York Times» liess die Patientenakte jedoch 2005 von Experten untersuchen, die zu dem Schluss kamen, eine Vergiftung sei sehr unwahrscheinlich. Arafat liegt seit 2004 in einem Mausoleum in Ramallah begraben. Sollten seine sterblichen Überreste wirklich ausgegraben werden, könnte das radioaktive Polonium theoretisch in seinen Knochen nachgewiesen werden.
(agenturen/krua;koua)







