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Wirtschaft

US-Firma streicht 180 Jobs im Jura

Dienstag, 3. Juli 2012, 12:22 Uhr

Die US-Medizinaltechnik-Firma Greatbatch Medical will einen grossen Teil ihrer Aktivitäten im Berner Jura auslagern. Es stehen 180 Stellen auf dem Spiel. Die Unia wirft den Behörden «Lethargie» vor. Sie kündigte Protestaktionen an.

Bild Unia-Flagge.
Die Gewerkschaft Unia rügt die Behörden und kündigt vor den Greatbatch-Standorten Proteste an. keystone

Die US-Medizinaltechnik-Firma will grosse Teile der bisherigen Aktivitäten im Jura nach Mexiko und in die USA verlagern. Betroffen vom Abbau sind die Standorte Orvin und Corgémont im Kanton Bern, die insgesamt 196 Personen beschäftigen. Bis zu 90 Prozent der Stellen könnten bis Ende 2013 ausgelagert werden, wie Greatbatch Medical bekannt gab.

Eine «limitierte Anzahl von Stellen», unter anderem in der Administration und im Verkauf, würden wahrscheinlich in der Schweiz bleiben, hiess es weiter. Das US-Unternehmen begründet den Schritt mit schwierigen Marktbedingungen im Bereich Orthopädie und zu hohen Produktionskosten. Ein Konsultationsverfahren mit den Sozialpartnern läuft den Angaben zufolge bis zum 20. Juli.

Behörden überrascht – Unia kämpferisch

Die regionalen Behörden reagierten überrascht: «Wir stehen seit längerem in Kontakt mit Greatbach Medical und sind überrascht, wie schnell die Firma nun entschieden hat», sagt Adrian Studer, Leiter Beco Berner Wirtschaft.

Die Gewerkschaft Unia wirft den Behörden hingegen «Lethargie» vor. Die Gewerkschaft erwarte von deren Seite klare Signale angesichts einer drohenden De-Industrialisierung der Schweiz.

Die Gewerkschaft will am Dienstag und am Mittwoch vor zwei Standorten in Orvin und Corgémont aufmarschieren und ein Treffen mit den Führungsverantwortlichen bei Greatbatch erreichen. 

Greatbatch Medical, eine Tochterfirma von Greatbatch, hatte 2008 das Medizinaltechnikfirma Precimed mit seinen zwei Fabriken in Corgémont und Orvin für 125 Millionen Dollar übernommen.

(sda/fref;maiu)