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Schweiz

Atomendlager haben kaum wirtschaftliche Auswirkungen

Montag, 2. Juli 2012, 12:12 Uhr, Aktualisiert 14:25 Uhr

Geologische Tiefenlager für Atomabfälle haben «geringe wirtschaftliche Veränderungen» für die betroffenen Regionen zur Folge. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Bundesamtes für Energie (BFE) über die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Folgen von Tiefenlagern.

Der Bund hat bis jetzt sechs mögliche Standorte ausgewählt, wo die Schweiz ihren Atommüll entsorgen kann. (Tagesschau, 02.07.2012, 12.45)

Allerdings sehen die Folgen je nach potenziellem Standort unterschiedlich aus. Am Wellenberg (NW) ist die Wertschöpfung von rund 4,4 Millionen Franken aus einem möglichen Tiefenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am geringsten. Dieses Geld verteilt sich auf 94 Jahre – gemessen vom Zeitpunkt des Baus des Felslabors bis zum Verschluss der Anlage.

Auch Arbeitsplätze würden am wenigsten geschaffen. Das BFE nennt in einer Mitteilung eine Beschäftigungswirkung am Wellenberg von rund 35 Vollzeitstellen. Diese fallen vor allem während des Baus des Tiefenlagers an. Der Betrieb generiere deutlich weniger Beschäftigung.

Bild Esel und Kuh auf einer grünen Wiese.
Hier am Wellenberg, wo sich Kühe und Esel gute Nacht sagen, könnte eines Tages ein Atomendlager gebaut werden. keystone/archivbild

Einschneidend sind die Wirkungen am Wellenberg für den dortigen Tourismus. Die 259-seitige sozioökonomisch-ökologische Studie des BFE rechnet mit Einbussen für den Tourismus in der Höhe von 5,4 Millionen Franken. Begründet wird dies mit der hohen Zahl der Naturferiengäste in der Region, «denen eine geringe Toleranz gegenüber einem Tiefenlager unterstellt wird».

Aufgrund des rückläufigen Tourismus würde der Kanton Nidwalden über die 94 Jahre hinweg auch weniger Steuern generieren. Die Studie geht von durchschnittlich minus 265'000 Franken pro Jahr aus.

Wertschöpfung und Arbeitsplätze

Am meisten Wertschöpfung würde ein Kombilager genieren. Diese beliefe sich auf 18,7 Millionen Franken am potenziellen Standort im Zürcher Weinland und 20,3 Millionen Franken am Standort Jura Ost. Diese Standorte würden bei einem Kombilager von einem Beschäftigungszuwachs im Rahmen von 139 bis 153 Vollzeitstellen profitieren.

Bei einem Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle würden 109 Stellen in Zürich Nordost respektive 120 Stellen am Standort Jura Ost entstehen. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) plant, ihren Sitz an den Standort eines solchen Lagers zu verlegen.

Die Studie kommt zum Schluss, dass sowohl die positiven wie auch die negativen Wirkungen über den gesamten Zeitraum hinweg deutlich unter einem Prozent der heutigen regionalen Wertschöpfung, Beschäftigung oder des Steueraufkommens liegen.

(sda/gern;frua)