International
Iran will europäisches Öl-Embargo umgehen
Das Öl-Embargo der EU gegen den Iran ist in Kraft getreten. Die Europäer wollen damit den Druck in den Atomgesprächen verstärken. Doch iranische Öltanker sollen bereits unter der Flagge des Inselstaats Tuvalu fahren, um das Embargo zu umgehen.
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Mit dem Öl-Embargo gegen den Iran hat die EU die Gangart im Atomstreit verschärft. Anders als die USA hat sich die Schweiz dem Embargo nicht angeschlossen. Der Iran soll aber bereits versuchen, das Embargo zu umschiffen. 15 der 39 Öltanker des Landes würden inzwischen unter der Flagge des winzigen Pazifik-Inselstaates Tuvalu fahren, berichtete die britische BBC.
Iran zeigt sich unbekümmert
Zwei der iranischen Tanker mit Tuvalu-Flagge seien bereits auf dem Weg zum ägyptischen Hafen Ain al-Sukhna am südlichen Ende des Suez-Kanals. Um das EU-Embargo zu umgehen, könnten die Schiffe theoretisch von dort aus das Öl über eine Pipeline ins ägyptische Alexandria pumpen und dort im Mittelmeer von Tankern anderer Ländern abholen lassen. Anschliessend könnte dieses Öl an europäische Raffinerien geliefert werden.
Die iranische Regierung zeigt sich betreffend des Embargos aber gelassen. Ölminister Rostam Ghassemi sagt, sein Land habe bereits neue Käufer für das Öl gefunden. Deshalb befürchte das Land keine negativen Auswirkungen auf sein Rohstoffgeschäft.
Die Internationale Energieagentur IEA widerspricht den Aussagen. Die Öl-Exporte des Irans seien aufgrund der EU-Sanktionen seit Jahresbeginn bereits zurückgegangen.
Negative Folgen für Atomgespräche?
Die EU hatte das Öl-Embargo im Januar beschlossen, um so im Atomstreit Druck auf Teheran auszuüben. Die iranische Regierung hatte zuletzt mehrmals vor negativen Folgen für die Atomgespräche gewarnt. Ausserdem drohte das Land mit der Schliessung der Strasse von Hormus. Durch die Meerenge wird rund 20 Prozent des weltweit geförderten Rohöls transportiert.
Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an einer Atombombe zu bauen. Der Iran bestreitet dies und verweist auf sein Recht zur Nutzung ziviler Anwendungen der Atomtechnik. Allerdings werden die Atomkontrolleure der IAEA seit Jahren von den iranischen Behörden behindert.
(sda/dpa/stus;hesa)






