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Ägypten: Mursi ist als Präsident vereidigt
Mohammed Mursi hat seinen Amtseid vor dem Verfassungsgericht in Kairo abgelegt. In einer Rede im Anschluss an die Vereidigung lobte er das ägyptische Volk – es habe die Grundlage für Freiheit und wahre Demokratie gelegt.
Hunderte Anhänger haben dem ersten frei gewählten Präsidenten auf dem Weg zur Vereidigung zugejubelt. Seinen Amtseid legte Mohammed Mursi am schwer bewachten Gerichtshof am Ufer des Nils ab. Mohammed Mursi hatte sich bei der Präsidentschaftswahl gegen Ex-Regierungschef Ahmed Schafik durchgesetzt.
Mursi: «Keine Islamisierung der Institutionen»
«Ich schwöre beim allmächtigen Gott, das republikanische System zu wahren, die Verfassung und das Gesetz zu achten, die Interessen des Volkes umfassend zu schützen sowie die Unabhängigkeit der Nation und die Sicherheit des Staatsgebiets zu bewahren», sagte Mursi bei der Zeremonie.
Im Anschluss an die Vereidigung verkündete der neue Präsident: «Heute hat das ägyptische Volk die Grundlage für ein neues Leben, eine vollständige Freiheit, eine wahre Demokratie gelegt.» Der Islamist versprach, einen «zivilen und modernen Verfassungsstaat» zu führen.
Mursi zum Nahost-Konflikt
Mohammed Mursi will die Palästinenser unterstützen, bis sie «alle ihre Rechte wiedererlangt» hätten. Gleichzeitig bekräftige Mursi indirekt, er werde den Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel (1979) respektieren.
Auch Syrien fand in seiner Rede Platz. «Wir wollen, dass das Blutvergiessen endet», sagte er. Ägyptens Botschaft an die Welt sei eine «Botschaft des Friedens» sowie von «Recht und Gerechtigkeit».
Bei einem Treffen mit Zeitungs-Chefredakteuren hatte Mursi am Freitag versprochen, dass es während seiner Amtszeit «keine Islamisierung der Staatsinstitutionen» geben werde.
Kampf mit Militärrat geht weiter
Mursi wollte den Eid ursprünglich vor dem Parlament ablegen. Die von den Muslimbrüdern dominierte Volksvertretung wurde jedoch vom Obersten Militärrat aufgelöst. Vor dem offiziellen Amtseid hatte Mursi deshalb auf dem Tahrir-Platz in Kairo am Freitag vor Anhängern einen symbolischen Eid abgelegt.
Dass der neue Präsident sich dem Willen der Generäle beugte, werteten Beobachter als Zeichen, dass der Machtkampf zwischen ziviler Regierung und Militärrat andauern dürfte.
Nach dem Sturz Mubaraks: Chronologie der Ereignisse
Im Februar 2011 fing in Ägypten eine neue Epoche an. Massenproteste haben den Herrscher Hosni Mubarak nach fast 30 Jahren an der Staatsspitze zum Rücktritt gezwungen. Das Militär übernahm die Macht und Ägyptens holperiger Weg zur Demokratie begann. Lesen Sie hier die Chronologie der Ereignisse in Ägypten nach dem Sturz Mubaraks.
(sda/zinv;hesa;mihm)







