Krise im Euro-Land
«Dieser Durchbruch am Euro-Krisengipfel ist überraschend»
Italien und Spanien haben beim EU-Krisengipfel ihre Forderung durchgesetzt. In Schieflage geratene europäische Banken sollen künftig direkt mit Geld versorgt werden, eine zentrale Bankenaufsicht wacht darüber. Dies überrascht EU-Korrespondent Urs Bruderer von Radio DRS.
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«Bis zuletzt hiess es: Das geht nicht. Die Ablehnung ist damit begründet worden, dass man Banken nicht direkt rekapitalisieren kann, solange sie nicht direkt überwacht werden», so Urs Bruderer in der Sendung «Heute Morgen».
«Der Trick ist nun, dass man die Bankenaufsicht von den nationalen Aufsichtsbehörden wegnehmen, und so rasch als möglich zentralisieren will. Diese Zentralisierung soll bereits in einem halben Jahr vollzogen sein.» Dies wäre eine Rekordzeit für Europa. Der Durchbruch sei wohl insbesondere dank Kanzlerin Angela Merkels Entgegenkommen zustande gekommen, so Bruderer.
Der Trick mit Spaniens Darlehen
Auf die Frage, ob dieser Vorschlag für Spaniens Banken nicht zu spät kommt, erklärt Bruderer: «Spaniens Banken haben zwar bereits Hilfe beantragt. Die Idee aber ist, dass der spanische Staat zunächst bis zu 100 Milliarden zugunsten seiner Banken bezieht. Diese Darlehen sollen dann aber umgewandelt werden, sobald die Möglichkeit der direkten Rekapitalisierung besteht. Danach verschwinden die Darlehen wieder aus den Büchern des spanischen Staates.»
Der Vorschlag, wie Italien und andere Staaten wieder an frisches Geld mit günstigen Zinsen kommen, ist noch nicht ganz ausgereift. «Wie das genau funktionieren soll, konnte bis jetzt noch niemand sagen. Da muss noch die Detail-Arbeit in den nächsten Tagen und Wochen gemacht werden, hiess es in Brüssel», sagt Bruderer. Er geht davon aus, dass dies eine Knacknuss ist. Der EU-Korrespondent hält es zudem für möglich, dass die Politiker in dieser Sache auf die Europäische Zentralbank hoffen.
(sf/muei; zinv)







